Die Nacht waren unruhig, der Wind hat ordentlich zugelegt. Also Fenster zu.
Heute Morgen bei einem sehr schönen Frühstück, kam ich mit zwei Mädels aus Östereich und Bayern ins Gespräch.
Sie haben in Caminha angefangen, haben sich aber in den Kilometern vertan, und mussten nun über 30 km am ersten Tag laufen.
Ihr Gepäck war schon per Transport in der Herberge. Sie konnten also schlecht umplanen.
Die beiden waren geheilt, und laufen heute auch nur nach Nigrán.
Außerdem konnte ich ihnen ein paar Tipps für den Weg geben.
Die Vermieterin hatte schon die Herberge verlassen, und ich vergessen, mir noch Wasser von ihr geben zu lassen.
Ok, irgendwann auf der heutigen Etappe wird’s was geben. Nur mit Cafés ist es heute nicht weit her.
Das Wetter ist heute komisch. Stürmischer ablandiger Wind und um 09:00 Uhr schon 20 Grad. Schwüll, unangenehm, und ein wolkenverhangener Himmel.
Also sofort in ganz kurz loslaufen. Und ohne Wasser im Gepäck.
Das kann ja nur besser werden.

Immer entlang der Felsen, ein Ort, noch ein Ort, der Mercado (auf Google gibt es ihn noch) geschlossen und der macht auch nicht mehr auf.😖
Irgendwo kommt bestimmt eine Bar.
Am Horizont ein Campingplatz! Das Café zu.

Die Gegend ist irgendwie komisch. Das nicht viel kommt, war klar. Aber überhaupt nichts?

Da steht an der einen Stelle so eine Ruine, muss mal ein großes Hotel gewesen sein.
Immer wieder sieht man solche verlassenen Häuser. Obwohl das hier eine touristische Gegend ist.
Die Sonne lässt sich erstmals blicken.

Ein paar hundert Meter weiter, so eine Nobelhütte. Voll videoüberwacht und mit allem Schnickschnack.

Inzwischen habe ich mich entschieden, rund ums Cabo Silleiro zu laufen, die Variante ist etwas länger, die Aussicht aber nicht zu verachten.
In der Ferne der Faro Cabo Silleiro.
Dahinter beginnt schon die Bucht von Vigo.


Man schätzt die Entfernung immer wieder falsch ein. Der Weg zum Cabo zieht sich. Und am kleinen Bruder vom großen Leuchtturm ein Restaurant. Aber es ist zu.
Die vor mir laufenden Pilger kommen mir entgegen.

Das ist nicht gut, aber was hilft es. Also nochmals 3 km bis nach Baiona. Aber da ist nicht nur ein Café! 3 km Asphalt bis zur Stadt, nun wird’s langsam Zeit.

Die Virxe da Rocha schaut vom Berg auf die Pilger. Na, da kletter ich heute nicht rauf.
Am Ortseingang steht die Festung Castelo de Monterreal, eine riesige Anlage auf einer Landzunge.
Schon zur Römerzeit gab es hier eine Siedlung.

Fischfang und Meeresfrüchte sind ein wichtiger Wirtschaftszweig.
Das hier sieht schon irgendwie komisch aus, sollen Entenmuscheln sein.
Auf jeden Fall sind die Entenmuscheln lecker.


Am großen Jachthafen gibt es für mich kein Halten mehr. Ich bin fast verdurstet, entkoffeiniert, und verhungert. 🫣🤣Das nächste Café ist meins.

Café, die geliebte Clara con lemon und ein kleines Stück Tortilla. 🫣😋
Der Kellner ist klasse:
you must eat, the Birds like Tortilla
Die Möwen sind hier also genauso gierig, nur bei uns ist es das Fischbrötchen., das die Möwen klauen.🫣😎

Die letzten 2 km geht es immer noch auf Asphalt und an Palmen entlang. Vorbei an einem „Froiz“, wo ich mich mit Oliven, Chorizo, Käse, Baguette, DosenClara und Wasser eindecke. Und eine Tafel Schokolade salted caramel, die hab ich mir sowas von verdient.
Nach dem Einchecken im Hotel, kann ich es nicht lassen.
Ab an die Praia americana. Traumhaft.
Ich hab mich getraut und bin im Atlantik (14 Grad) abgetaucht.
Die Badesaison ist eröffnet.
Was für eine super Abkühlung nach diesem schwülen, trockenen und hungrigen Tag.
Es sind heute also doch fast 19 km geworden, aber auch eine schöne Variante an der Küste entlang.
Leider fast nur Asphalt und entlang einer Straße. Aber Ok.

Gestern Abend bin ich nochmal in mich gegangen, morgen geht es nun doch nach Vigo.
Im Hotel sagte der Mann am Empfang auch, der Weg am Wasser sei schön.
Außerdem will ich ja meine Pilgerfreunde in Santiago treffen.
Würde zu früh ankommen.
Also muss ich nicht so schnell sein.
Für heute
Buen Camino


