Am Ende… ja und nein!

Am Ende der alten Welt, aber ich bin doch noch nicht am Ende!😎

Auch am „Ruhetag“ kann man noch etwas wandern….

Wenn man schon in Fisterra ist, muss man auch zum Cap Finistere laufen. Zuvor habe ich mir aber die Igrexa de Santa Maria angesehen. Wiedermal eine kleine, aber durchaus trutzige Kirche.

Der Weg zum Cap ist eigentlich nicht besonders beschwerlich.

Aber beim letzten Mal hab ich diesem Pilger schon beim Aufstieg geholfen.

Weit ist er nicht gekommen.😂

3,3 km später der 0,00 Stein am Faro de Finistere.

Und ich hab Glück mit dem Wetter.

Eigentlich sind Schauer angesagt.

Unterhalb des Leuchturms steht dieser bronzene Pilgerschuh, gezeichnet vom Camino, zurückgelassen, vergessen oder verloren.😉

Früher haben einige Pilger in den Felsen T-Shirts, Hosen, Wandersocken und auch Schuhe verbrannt, als Zeichen des Abschlusses.

Dies ist aber inzwischen verboten.

Was sind die 3,3 km hier hoch?

Nichts, deshalb geht’s hoch hinaus zu den Pedras Santas, den heiligen Steinen.

Die sind schon zu Bronzezeiten und bei den Kelten ein heiliger Ort gewesen.

Und einer der beiden Steine wackelt, wenn man sich drauf stellt und sich bewegt.

Cool!

Zwar unverrückbar, aber beweglich.

Inzwischen ist so etwas wie Seenebel aufgekommen, und dann wird es echt mystisch, wenn der Nebel durch die Felsen und Bäume zieht.

Kein Wunder, wenn es eine Kultstätte war.

Die Aussicht rund um ist zwischendurch grandios.

Wieder in Fisterra, scheint die Sonne, ein tolles Licht im Hafen.

Da schmeckt der Tinto de verano besonders gut.

Und nun sind es am Ruhetag doch 9,3 km geworden. Es geht halt nicht ohne.

Der Abend wurde auch noch extra lang.

Ich treffe das Schweizer Pärchen wieder und so sitzen wir erst in einem Restaurant, nachdem es um 22.30 Uhr schließt, noch im Lokal nebenan, bis 0:30 Uhr.

Wir reden übers Pilgern und Gott und die Welt.

Cooler Abend, tolles Flair im Hafen.

Ein schöner Abschluss in Fisterra.

Sonntag morgen zieht es mich nicht so schnell auf den Weg. Der Abend wirkt nach, für einen Pilger war das schon sehr lang.

Ich will nun doch nochmal laufen, nach Lires.

Da es nur 15 km sind, hab ich aber keine Eile und esse mit den Schweizern im La Frontera Frühstück und bin erst um 09:30 Uhr unterwegs.

Es ist der Weg zwischen Fisterra und Muxía.

Über Fisterra nochmals ein Blick zurück auf die Bucht Fisterra, und auf die Praia de Fóra .

Die Schnecke auf dem Holzgeländer an der Praia ist das Motto des Tages.

Langsam, nicht hetzen.

Lires ist ein Dorf mit gar Nichts, es gibt nur ein paar Unterkünfte, ein Restaurant, sonst nichts!

Außer galizische Palmen(Kohl), Hòreos, Wald und kleinen Dörfern, gibt es unterwegs nichts, laut Pilgerführer nicht mal eine Bar.

Und dann, auf der Hälfte der heutigen Strecke, haben junge Leute improvisiert und bieten in einem alten, umdekorierten Stall, Kaffee, Verpflegung und einen schönen Siegel-Stempel für die Pilger an.

Ja, das Geschäft brummt.

Vor mir läuft eine Gruppe Puerto-Ricaner, die haben den Laden okkupiert, und lassen die Kasse klingeln.

Die Lokation ist aber auch niedlich, gemütlich.

Als ich das Ziel am Horizont ausmachen kann, entscheide ich mich abzubiegen, in Richtung Atlantik.

Ich hatte mich bewusst gegen den Camino de Faro entschieden.

Den Weg allein zu laufen ist mir zu gefährlich.

Wenn du da abrutscht und irgendwo hängst oder liegst, findet dich Stunden oder tagelang niemand.

Aber im letzten Abschnitt vor Lires ist der Weg eben und breit, einige Meter von den Klippen entfernt.

Ungefährlich!

Auf dem Weg dahin wird es spannend. 2 Meter breit durch den Wald, kommt mir in einer Biegung eine Kuhherde entgegen.

Das hatte ich doch schon mal, auf der Via de la Plata.

Da lief uns ne ganze Herde hinterher!😂

Hier heute wusste ich gar nicht so schnell, wo hin!

Die machen kein Platz, kennen keinen Rechtsverkehr!😂

Ich quetsche mich in einen kleinen Seitenpfad, und lasse sie vorbei laufen. Denen bin ich sowas von egal.

Nicht mal ein Buen Camino gibt’s.😂

Aber die sind nicht ausgebrochen, der Hirte mit Hund kommt seelenruhig hinterher getrottet. 😎

Dann ist auch bald das Ziel in Sicht, die Ria de Lires.

Und so bin ich schon 14:00 Uhr am Ziel.

Trotzdem ich gefühlt über den Weg geschlendert bin, zeigt Komoot 4,7 km/h an. Ich kann einfach nicht langsamer.😎

Beim Einchecken im kleinen Hotel, sagt der Mann an der Rezeption: ich brauche von Ihnen keinen Passport, sie waren ja 2024 schon hier.

Er hatte immer noch meine Daten vom letzten Mal. Die volle Überwachung!

Hätte er mir ja auch mal 10% Rabatt geben können!😂

Morgen nun wirklich der Abschluss der Pilgertour, es geht von Lires nach Muxia.

Es sind wieder 15 km, mit ordentlichem Aufstieg zum Monte O Facho und dem echt steilen Abstieg in Richtung Muxia.

Das sind dann aber wirklich die letzten Kilometer!🤣

Darum nochmal:

Buen Camino!

Ein Kommentar zu „Am Ende… ja und nein!

  1. Mooie verhalen Tom ! Prachtige foto’s!.. Je bent een gelukkige pelgrim !.. Veilige terugreis…. Jean & Malou

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