Am Ziel….

Heute morgen kann ich von Endspurt reden.

04:30 Uhr bin ich das erste Mal wach, ist das etwa Aufregung?

Nein, überhaupt nicht!😉

Ich bin um 08:00 Uhr im Café gegenüber, mich hält Nichts und Niemand mehr auf.

Und 6-7 km sind ja auch keine Entfernung.

Es dauert nicht lange, die Türme der Kathedrale sind am Horizont gut zu sehen.

Ich sag mir, Alter bleib ruhig. Aber das ist leichter gesagt als getan.

Emotionen halt.

Ich komme jetzt das 6.Mal in Santiago an, immer wieder muss ich mich zusammenreißen.

Die Hinweise „verdichten“ sich, es ist nicht mehr weit.

Allerlei komische hängengebliebene Pilger grüßen am Straßenrand.

Und die ersten Souvenirverkäufer bieten Nippes an.

Der Weg durch die Altstadt ist kurz und schon stehe ich am Ziel.

Das kann ich so gar nicht beschreiben.

Emotionen, ich muss mich zusammenreißen, gelingt mir aber nicht so gut.

Wie jedesmal….

Immer wieder cool, ergreifend, ich weiß ja auch nicht, ob ich das noch mal erleben werde oder kann.

Deshalb mach ich sowas dann halt einfach, und sag nicht „morgen“.

Manchmal zum Leidwesen von Sandra. 😍

Am Stein mit der Pilgermuschel musste ich mir mein Beweisfotos „ erkämpfen“.😂

Steht dort eine große Reisegruppe im Kreis um das Objekt der Begierde der Pilger, und läßt sich die Kathedrale von einer Stadtführerin erklären.

Können die nicht 10 Meter weiter stehen?😎

Hab mich einfach in den Kreis gedrängt und mein Foto gemacht. 🤣🤣🤣🤣

War für sie aber auch kein Problem!

Der Platz vor der Kathedrale füllt sich langsam, frühes Ankommen wird belohnt. Ab mittags ist der Platz gerammelt voll von Pilgern.

Ich setze mich auf den Boden, genieße die Stimmung und das Schauspiel des Ankommens der Pilger.

Einfach schön anzusehen.

Die Ausrüstung hat gehalten, die Füße auch, Blasen haben mich nicht in die Knie gezwungen.

Es ist alles richtig, alles gut,

nach 15 Tagen zu Fuß!

Ein erster Kaffee im Café Casino, ich liebe das Flair dort einfach. Und dann gebe ich meinen Rucksack im Hotel zur Aufbewahrung ab.

Denn um 12:00 Uhr ist die offizielle Pilgermesse in der Kathedrale. Da dürfen aus Sicherheitsgründen keine Rucksäcke mehr mit rein. Am Eingang wird alles penibel kontrolliert.

Die Messe must du als Pilger einfach erleben und feiern. Wer hier trockene Augen behält, hat irgendetwas falsch gemacht.

Mich hat es, wie jedesmal, nicht kalt gelassen, meine Augen waren definitiv nicht mehr trocken. Ich werde jetzt hier echt belohnt .

Abendmahl in der Messe, na klar, gehört absolut dazu, und ich bin bis jetzt immer nach vorne gegangen.

Auch wenn ich nicht katholisch, sondern evangelisch getauft bin.

Was macht den Unterschied?

Und zum Schluss wird doch wahrhaftig das Botufumeiro geschwungen, ein großer Weihrauchkessel.

Was für ein Glück. Und das haben sich all die Pilger verdient .

Es ist wie immer ein Spektakel.

Das schon im ersten Gottesdienst.

Gesund und munter angekommen, kein Regen auf dem Weg und beim Einzug in Santiago, Pilgergottesdienst mit Abendmahl und Botufumeiro, ich bitte euch, was will ich mehr.

Mehr geht nicht!

Zum Schluss bin ich noch in der Gruft an den Gebeinen des heiligen Jacobus vorbei gegangen, hab über dem Altar seine Büste umarmt, und mich bedankt für die Begleitung auf dem Weg hierher.

Ab jetzt bin ich als Tourist unterwegs….

281 km Pilgerschaft auf dem Camino português da costa.

Eine sehr gute Entscheidung. landschaftlich sehenswert, ich habe interessante Menschen kennengelernt, im Atlantik gebadet, Pulpo gegessen.

Ein Highlight waren die Bootsfahrten.

Eine tolle Zeit.

Morgen treffe ich unsere belgischen Pilgerfreunde Malou und Jean hier in Santiago.

Und dann hoffentlich auch in den nächsten Tagen, nach etlichen Jahren, Margitta und Werner aus Österreich.

Alle zur gleichen Zeit auf den Caminos.

Wie sich das alles manchmal fügt.

Am Freitag geht es für mich mit dem Bus bis Sonntag nach Fisterra, an das Cap Finistere, und nächste Woche noch nach Muxia.

Schlussendlich am 08.05. von Porto wieder nach Hause.

Jetzt heißt es erst einmal Santiago genießen.

Darum nochmal

Buen Camino

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