Heute Nacht hat es mal ein wenig geregnet, ist dem Pilger aber auch egal.
Solange es nicht am Tage regnet.
Das lässt sich aber nicht immer vermeiden.
Heute sieht es gut aus.
Die Sonne lacht, es ist etwas frischer als gestern.
Im Foyer des Hotels schon einige andere Pilger, es gibt noch den obligatorischen Pilgerstempel und eine Flasche Wasser gratis.
Oha, wo bring ich die jetzt noch unter?
Aber einem geschenkten Gaul….

Ich bin gespannt, ob der Weg hält, was der Mann an der Rezeption versprochen hat.
Einige Pilger biegen ab auf den offiziellen Weg, ich gehe mit anderen Pilgern entlang der Promenade.
Das Café am Ende der Bucht hat das richtige Frühstück für mich, Tostarda mit „gehäckselter“ Tomate, Olivenöl und Sesam.
So lecker, könnte ich jeden Morgen essen, leicht, bekömmlich und ausreichend für den Start in den Tag.

Die Surfer sind auch schon im Wasser und reiten auf ein paar schönen Brechern zum Strand.

Scheint ein kleiner Hotspot zu sein.
Der Parkplatz ist gut gefüllt mit Caravans, eine Strandbar und ein Board-Verleiher sind auch vor Ort.
Und ein paar Surfer in der Bar sehen aus, als wär die Nacht sehr lang gewesen. 🤣

Der heutige Weg ist echt gut, führt durch kleine Orte.
Hier hat jeder einen „Puerto“ oder eine „Praia“, egal wie klein oder groß.
Und dieser kleine Strand/Hafen war echt niedlich und versteckt.

Ich musste schon etwas weiter runter laufen, um, ja, auf der anderen Seite wieder rauf zu klettern!
Im wahrsten Sinn des Wortes.
Hinter mir kam eine Rad-Pilgerin.
Pech für sie, die Stiege auf der anderen Seite kam sie mit ihrem schweren E-bike definitiv nicht hoch.
Für sie hieß es jetzt, wieder hoch auf der andern Seite und Umweg fahren.
Aber auch ich hab nach der elend langen Treppe und dem weiteren Anstieg gepumpt wie ein Maikäfer.
Cool war’s trotzdem.

Inzwischen hatte ich einen vierbeinigen Begleiter, ist hier ja immer so eine Sache.
Irgendwie ein (Dokö) Windhund! 🤔😎
Der hat nur gebettelt und war ganz ruhig.
Hat von mir nichts bekommen, sich irgendwann abgewandt und die Pilger hinter mir genervt.

Zwischendurch ging es eine Hauptstraße lang, bis in eine Siedlung, weg von der Straße.
Hier war’s dann mal nur der große Anker.
Nicht ein halber Fischkutter! 🫣

Weiter, weiter, runter zum Strand, auf die nächste Promenade.
Ja, ich hab doch noch einen Müsli-Riegel gefunden, also kurze Rast.
Die Aussicht und die Sonne genießen…..
Da viel mir ein, ich musst ja mal meine User mit einem Portrait beglücken. 🫣🤣
Eine Britin schaute schon interessiert, wie ich das wohl mache.
Na mit Apfel-Uhr und Apfel-Handy. (können andere auch)
Quasi mit Fernauslöser.
Ich finde, ist mir doch echt gelungen!🤣🤣🤣😎😎

Witziger Weise wollte die Britin genau die gleiche Position fotografiert haben.(von sich selbst 😎)
Da bin ich doch Kavalier!
Nur ein mal habe ich heute einen emaillierten Camino-Pfeil gesehen, ansonsten nur irgendwelche aufgemalten Pfeile. Der Weg war dadurch aber immer sehr gut zu finden.

Die Kartoffel- Totilla zum Mittags-Cafe hat super geschmeckt.
Irgendwie bin im Schlaraffenland…..
Im Hintergrund macht sich schon ein Vorort von Vigo breit, eine Insel mit noblen Anwesen und Hochhaus.

Historisch liegt hier wohl so Einiges im Boden, etwa diese Reste einer römischen Villa.
Die wussten damals schon, wo es gut ist.
Diese Römer waren auch überall.
Eine richtige Plage. 🤣

Die Christen haben dafür überall Kreuze aufgestellt, und wenn’s im Wasser stand.
Nur hier kam ich nicht richtig ran.

Wieder eine riesige Promenade, in den Grünanlagen das „Grünflächenamt“der Stadt Vigo am arbeiten.
Cool, die ganzen Pools entlang der Promenade zur freien Nutzung. Und überall Spielgeräte für Kinder.
Die Stadtväter von Vigo gönnen sich hier richtig was!

Was uncool ist, sind die ganzen fliegenden Händer.
Da kannst du 20 mal sagen, no, der nächste belagert dich wieder.
Und die Polizei beobachtet aus sicherer Entfernung das Geschehen.
Seh ich so aus, als würde ich was kaufen?
Ich bin Pilger, jedes Gramm weniger zählt, nicht mehr ! 😎

Vigo zeigt sich, die Häuser werden immer nobler, pompöser.
Teilweise richtig Wohnanlagen, umzäunt, oder wie hier, ummauert.
Und Pilgermuscheln an der Fassade.

Bis zum Hafen war der Weg toll.
Dann wird’s unangenehm, auf der einen Seite 4 spurige Hauptstraße, auf der Wasserseite Werfthallen bis zum Horizont.
Irgendwann hat es mir gereicht, es nahm kein Ende.
Also muss Google herhalten.
Route zum Hotel, klar, macht Google.
20 Minuten, los geht’s.
Angesch… hat das große G mich.
2 km steil hoch die Straßen, nur um auf der anderen Seite 1 km runter zu laufen. Irgendwo zwischendurch musste ich pausieren und eine Clara trinken.

Egal, das Hotel ist top, ich konnte mich eine Weile erholen.
Bin dann aber trotzdem nochmal los. Abendbrot und Einkauf stand noch auf dem Plan.

Etwas Sightseeing und eine kleine Reparatur erledigen.
Mein Handy ist gestern abgestürzt und der Displayschutz defekt.
Der junge Mann im Orange-Laden hat’s ruck zuck erledigt, neue Folie rauf, und noch kurz geschnackt mit mir auf Deutsch!
Das war top Service!

Ansonsten ist Vigo Großstadt, total voll mit Autos und Menschen.
Die Häuser 8-10 stöckig, immer mal dazwischen Häuser mit Jugendstil-Fassaden.
Ansonsten alles sehr sehr modern.
Die Ampeln sind cool!😎
Viele haben sogar im Gehweg Lichtbänder zur Rot-Grünanzeige für die Fußgänger. 😎
Heute waren es nun insgesamt doch 21 km.
Der Weg hat sich gelohnt, sehenswert, angenehm zu laufen, bis Vigo.😉

Weiter geht’s morgen über Redondela nach Cesantes.
Dort gibt es eine Herberge, wo Sandra und ich 2015 schon einmal übernachtet haben.
Ich bin gespannt.
Immer weiter, das Ziel kommt langsam aber sicher dichter.
Darum:
Buen Camino













































