Heute kein Meer…

Nur am Anfang und am Ende!

„Frostiges“ Esposende,

10 Grad, egal, die kurze Hose bleibt!

Aber die Jacke zieh ich erstmal an.

Der Himmel ist wieder blau, die Wellen donnern in den Hafen. Aber es ist gar kein Wind?

Laut Camino App und Outdoor sind es bis zum heutigen Ziel 27 km, mir graut es ein bisschen. Die Füße scheinen etwas erholt. Nur der Rest des Körpers fragte, muss das heute sein?

Das muss!

Die alte Leier, 3-4 Tage braucht mein gestählter alter Körper, um sich auf die Herausforderungen des Caminos einzustellen.

Es geht ins Hinterland, und ganz schnell war die Jacke aus.

Und gleich waren die Komfortpilger 😉 vor und hinter mir. Die großen Hotels scheinen gut ausgelastet zu sein.

Ich mach „langsamer“, dann sind sie weg. Denkste, ich hole mir im Supermercado noch 2 Flaschen Wasser, und sie sind auch beim Einkaufen. Egal.

Hier ist der Frühling voll im Gange, es blüht am Wegesrand. Der Blauregen ist schon mit durch.

In den Dörfern werden immer wieder Andenken und Stempel angeboten. Da verdienen sich die Einheimischen was dazu. Die „Amis“ nutzen jede Gelegenheit zu stempeln, da is ja nach 5 Tagen der erste Pilgerpass voll.

Ich mach dann halt Pause unterm Kreuz und warte bis alle zufrieden weiter laufen.

Ich wollte ja sowieso „langsamer machen“.

Hätte auch gleich zum Gottesdienst gehen können.

Brauchte ich nicht, am Kirchturm waren große Lautsprecher angebracht.

Liveübertragung

Also hatte das ganze Dorf was davon.

Da die Sonne wieder brennt, suche ich ein Café…

Und finde das hier!

Ich bin begeistert, es liegt 100m abseits des Pilgerweges, die Amis sind vorbei gelaufen. Bäh!

Cooles Café….

Ein brasilianischer Pilger, wenn ich das richtig verstanden habe, der wohl vor ewigen Zeiten hier hängen geblieben ist, hat es mit der Zeit klasse ausgestaltet.

Schöner Café americano, (nochmal Bäh) dazu kostenlos Kekse und sowas wie Preiselbeermarmelade. Und eh hier einer auf falsche Gedanken kommt, nein, es waren keine H….kekse.

Man muss halt mal „vom Weg abkommen“.

Manchmal geht heute der Weg auch an der Mauer lang. 🫣

Die war mindestens 1 km lang , 3m hoch.

Und was war dahinter? Acker, nichts als Acker! 🤔

Aber auf jeden Fall 1 km Schatten.

Das kann den Pilger nicht interessieren.

Nur dieser ist so beladen, der kommt heute nicht weit.

Ich hab das beobachtet, manche Pilger haben eine Menge bunter Bändchen mit, und binden überall eins an.

Kein Wunder, das man manche kleine Skulpturen nicht mehr sieht.

Aber er hat ja noch Platz.

Irgendwann geht’s dann raus in den Wald, natürlich bergauf. Läuft sich gut, nun wird es aber doch noch schwitzig.

Da fängst du an, jeden Fitzel Schatten zu nutzen.

Aber immerhin besser, als Asphalt und Plastersteine unter den Füßen.

Und meine Füße merke ich inzwischen ordentlich.

So steil und steinig der Weg, das selbst die irren MountainBiker absteigen müssen. Hier werde ich jetzt langsam, Schritt für Schritt, nach unten schauen. Kurz vor mir knallt eine junge Frau mit den Knien zu Boden. Sie kann sich bei ihrer Pilgerfreundin abfangen. Geblutet hat es ordentlich, ich hab die beiden dann im Tal wieder gesehen. Nur Hautabschürfungen, hätte auch das Aus sein können. Also im Gelände, Schritt für Schritt.

Und jetzt hat das Laufen auch Spaß gemacht, nicht so eintönig, wie Asphalt.

So traumhaft wie es hier aussieht, war es die Chance zum Anbaden. Ist zwar nicht der Atlantik, wär aber ne schöne Abkühlung gewesen. Denkste, die Idee hatten wohl schon viele,. Es war „Baden verboten“. War auch zu viel los, und hatte eh keine Badehose mit.

Hat mich das schon irgendwann interessiert? Nein!

Aber ich wollte ankommen und nicht im Ausland in irgendeiner Polizeistation eine Erklärung abgeben müssen. 🤣

Ich les hier nur noch Café,

Ich bin entkoffeiniert, ich will noch mal Pause machen.

Ja, in Chafé gab’s natürlich auch ein Café!

Nur diesmal wurde es doch ein Radler!

Ich brauchte was frisches…..

Und eine Hochzeitsgesellschaft,

kaum raus aus der Kirche ging die Party ab.

Ja, die Braut war ein Augenschmaus! 😎😎😎

Und hier am Ortseingang von Viana do castelo, ist mir zwar momentan egal, aber da kann sich jeder seinen eigenen Reim drauf machen.

Über den Fluss Lima die Ponte Eifel, unten Eisenbahn, da drüber Autos und Fußgänger, elend lang.

Und,

natürlich gebaut von Gustav Eifel!

Siehe da, nur 25,3 km.

Und nur 4,8 km/h.

Insgesamt 6,5 Stunden unterwegs.

Heute sind es mal weniger Kilometer als angesagt.

An der Geschwindigkeit muss ich aber noch arbeiten.

Zum Feiertag hab ich mir ein kleines Hotel gegönnt. Total versteckt in einer Gasse in der Altstadt,

Rue Grande, so „Grande“ ,das kaum ein kleiner LKW durch passt und ich zweimal dran vorbei gelaufen bin.

Klasse MiniHotel. Irgendwie hab ich wieder ein Händchen für die Unterkünfte.

Der krönende Abschluss:

Gestern habe ich es angedroht,

heute hab ich es wahr gemacht!

Rein ins noble Restaurant, im Pilgeroutfit,

irgendwie war ich wohl nicht richtig angezogen.

Egal , das einzige Restaurant mit Pulpo!

Ich hatte doch gar keine andere Wahl! 🤣

Endlich Pulpo , es war so lecker! Gegrillter Pulpo!

Fragt nicht nach dem Preis, das hab ich mir heut verdient, aber sowas von verdient!

🤣🤣🤣🤣🍸🍹🥂

Morgen geht’s nach Vila Praia de Âncora,

ich habe meinen Streckenplan etwas angepasst.

Dann passen die nächsten Etappen hoffentlich besser.

So sind es morgen dann nur 19 km!

Meine Füße werden es mir danken.

Auch heute wieder:

Bom Caminho

Ganz in kurz..

8:30 Uhr, die Sonne lacht.

Das Rauschen des Atlantik in der Nacht hat nicht gestört,

gegen das Schnarchen des Bettnachbarn hilft Oropax.

Dabei hat er gar nicht doll geschnarcht.

Das Wetter meint es gut, Sommerbefehl ist angesagt.

Bin also gleich mit kurzer Hose los, eine dünne Jacke aber noch über.

Schöne Herberge…

Erste Station, wie abgemacht, die Panaderia um die Ecke zum Frühstück.

Der Ort wacht auf, gefühlt ist die Hälfte der Portugiesen beim Frühsport, die andere Hälfte fährt zur Arbeit.

Ein Glockenspiel tönt über den Hafen.

Die Kirche sieht aus wie ein Schiff, sehr modern, die Kirche muss sich was einfallen lassen, um ihre Schäfchen zu behalten. Sieht aber auch echt cool aus.

Der Atlantik tobt draußen ganz schön rum. Die Wellen rollen bis in den Hafen….Ich sag nur: Monsterwellen!

In Póvoa de Varzim, schon nach 2 km stopp, die Jacke muss ich ausziehen, es weht zwar ein bisschen vom Meer her, aber es ist trotzdem schon sehr angenehm.

Da ich ja alleine laufe, habe ich niemanden, der mich mal ablichtet. Könnte einer kommen und sagen: war er überhaupt dort?

Hat ein wenig gedauert, bis mein Handy gemacht hat, was ich wollte. 😎

Im Hintergrund ein Casino, da hätte ich doch gestern mein Reisebudget aufbessern können.

Der Ort scheint nobel zu sein, prächtige Hotels und Wohnanlagen, fette BMW, Porsche, Ferrari überall.

Bloß weg hier.

Eisenholzbaum, oder so….

Die Promenade zieht sich ewig lang dahin, es dauert, bis die Holzstege beginnen.

Hier hat der Wind ordentlich Strandsand rüber geweht. In kurzer Hose und Wanderschuhen hol ich mir immer Sand in die Hacken.

Ob das gut geht? Aber ich wollte ja eh mehr Pausen machen.

An einer Container-Bar wird’s dann eng. Es sind Massen von Pilgern unterwegs, einige wohl mit Bussen angekommen.

Das wird voll, und das ist ja nicht meins!

Die Karawane zieht weiter…

Eine kleine Asiatin videotelefoniert nach Hause , in einer Laudstärke, das alle was davon haben. Ein Glück, man versteht nichts.

Aber mich nervt sowas unterwegs, Pilgern heißt doch auch in sich zu gehen, die Ruhe genießen.

Das wird mich jetzt bis zum Tagesziel begleiten.

Nach der Pause ging’s etwas abseits der Küste weiter.

Durch ein Gebiet mit Gewächshäusern und Gärtnereien. Probleme mit Wasser haben sie wohl nicht, volle Kanne beregnen in der Mittagssonne.

Und überall liegen die weißen Plastekanister rum, ohne Dünger und massig Pflanzenschutz geht’s hier nicht.

Irgendwann dazwischen eine kleine Bar. Gut für eine Pause. Ich muss zum zweiten Mal meinen rechten Schuh ausziehen, etwas Sand raus schütteln.🤔 😩

Aber ich hab nette Tischnachbarn. Ein Pärchen, sagt sie doch zu mir, in irgendeinem süddeutschen Dialekt: Sie kommen von der Küste! Oh, das Eis war gebrochen, wir kommen ins Gespräch.

Sie haben in Pòvoa de Varzim im Hafen ein Hausboot zum Übernachten gemietet. Großer Fehler! Bei 4 Meter Tiedenhub bei aufkommender Flut und dann wieder Ebbe ist das Boot ständig an die Stahldalben geknallt.

Von Schlafen konnte wohl keine Rede sein.

Inzwischen sieht man immer wieder mal Marienschreine. Hier war Maria vor lauter Armbändern und Zetteln aber nicht mehr zu sehen. 🫣

Drunter steht: Santiago 181 km, das muss ich noch mal nachrechnen!

Mit den Entfernungsangaben ist das hier bekanntlich so eine Sache!

Hatte ich doch gestern gerade….

Igreja Paroquial de Apúlia

In Apúlia eine interessante Kirche. Interessant, weil auf einem Turm ein Kreuz (aus einem Schwert gebildet) und auf dem anderen Turm eine Waage!

Ich hab mal die KI gefragt: das Schwertkreuz steht für den Erzengel Gabriel, wie auch die „Seelenwaage“. Ja, wieder was dazu gelernt.

Bei der inzwischen ordentlich brennenden Sonne war der Eukalyptus-Wald die Entspannung für meinen Nacken, die Arme und das Gesicht. Hab mächtig Farbe bekommen. Der erste leichte Sonnenbrand des Jahres, oje.

Unterwegs verewigen sich immer mal wieder ein paar kreative Pilger, sieht doch toll aus.

Das könnte Caro gewesen sein….😎(wer findet es?)

Auch eine StempelStation für donativo, also Spende fand man am Wegesrand.

Wer noch keine Pilgermuschel hat, hier war die Chance.

Kurz vor dem Ziel, in Fao, war die Altstadt gefühlt -gepflastert- mit kleinen Kirchen oder Kapellen.

Ich glaub, hier hat jede Straße seine eigene.

Aber immer schön ausgestattet.

Das Ziel vor Augen, ging es auf die Brücke über den Cávado.

Keineswegs so spektakulär schön wie in Tui, aber Sandra hätte echt gezittert, ich konnte halbwegs neben dem Laufsteg und durch das Geländer den Fluss sehen.

Bei auflaufender Flut hat es im Wasser etwas gebrodelt.

Nach der Brücke, 2 km vorm Ziel, musste ich nochmal den rechten Schuh ausziehen.

Was wird das denn? oje, das kann ja morgen spannend werden.

Ich bin doch heute gebremst gelaufen!

Dachte ich, aber Komoot lügt nicht. Gut, 4:30 h ist die reine Laufzeit, die Pausenzeiten werden nicht mit berechnet. Ich war ganze 5:30 h unterwegs.

🤔 🫣,

das Tempo ist immer noch wie gestern!

Die Bremse ist wohl defekt.

Die 22 km sind heute wie vorausgesagt.

Aber zum Schluss hatte ich schon ein bisschen die Nase voll.

Wie haben wir auf der Via de la Plata gesagt, es zog sich!

Das heutige Hostel heißt Esposende Garden. Familiengeführt, total niedlich und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Nicht modern, eher antik.

Vor dem Einchecken erstmal ein Bierchen zum runterkommen, total easy.

Und der Name ist Programm, ich sitze im verwunschenen Garten, schreib den Blog und genieße. Hatte ein tolles Gespräch auf Englisch mit der Wirtin, war lustig, wir beide mit Händen und Füßen, und Google Übersetzer. 🫣 🤣 Hab schön gelacht.

Na, die beiden bekommen von mir bei Booking ne super Bewertung, versprochen!

Ich kann Esposende Garden absolut empfehlen, schöne Atmosphäre nach einem anstrengenden Tag.

Morgen geht es nach Viana do Castello,

27 km 🫣 ….

Etwas abseits der Küste, zwischendurch mit Wald. Das bekommt dann meinem kleinen Sonnenbrand bestimmt gut.

Aber ich werde mich morgen dann auch richtig belohnen mit einem schönen teuren Abendessen.

Das habe ich mir verdient!

😉

Nebenbei:

ein anonymer Leser meines Blogs hat mich gefragt, wann gehst du eigentlich Baden?

Na Leute, ich bin ja manchmal schon ein bisschen durchgeknallt, aber bei den Monsterwellen geh ich rein und komm nicht wieder raus!

Das Baden muss wohl noch warten, ich hab Sandra versprochen, ich komme wieder nach Hause! 😍

(Ich ahne, von wem die Frage kommt!)🤣

Also mal ernsthaft, anonym?

Ich freue mich schon, wenn ich weiß, wer mitliest…..😎

Das war’s für heute….

Bom Caminho

Estou a caminho…

Ich bin auf dem Weg….

Fängt ja gut , es regnet, der Fahrkartenautomat der Metro nimmt keine EC-Karte, nur Bares. Die Metro nach Matosinhos hab ich fast verpasst!

Kann nur besser werden.

Wird es auch, es regnet nicht mehr….😊

Los geht’s!

Heute also immer entlang des Strandes.

Die salzige Luft ist herrlich und auch nur ein leises Lüftchen.

Ich bin nicht alleine, vor mir laufen schon einige Pilger.

Bom Camino hier, Bom Camino dort, es wird sich erstmal begrüßt, auch wenn man sich nicht kennt.

Und die Portugiesen grüßen sowieso.

Zuerst geht es an einer Raffinerie vorbei, auf der einen Seite das Rauschen der Wellen des Atlantiks, auf der anderen Seite das Gedröhne des Industriegebiets.

Schon beim ersten Camino português haben wir die erste Etappe raus aus Porto vermieden. Da läuft man einen Großteil des Weges durch Industriegebiete.

Vorbei am Leuchtturm Farol de Leiça, und einer kleinen Kapelle auf den Klippen (sie war, na klar, geschlossen) war ich auf der Suche nach einem Café zum Frühstück.

Farol de Leiça
Capela da Boa Nova

Nach den ersten 5 km dann endlich ein Café , das offen ist.

Ab morgen wird erst gefrühstückt, und nicht gleich wild drauf los gelaufen.😎

Und jetzt merke ich, das ich nicht mehr in der Großstadt bin, Frühstück für 2,80 € . Geht’s noch?

Mehr braucht der Pilger nicht zum glücklich sein….

Es ist so schön anzusehen, die Einheimischen kommen rein, ein Espresso, kurzer Schnack, und weg sind sie wieder.

Ich hab ja zu Anfang gesagt, es kann nur besser werden!

Wird es… die Sonne kommt raus.

Noch ist es ein bisschen dunstig, aber es wird auf Anhieb warm.

Die Jacke bleibt schon mal im Rucksack 🎒.

Die ersten km hab ich in einem Affentempo runter gespult.

5 km/h, irre, da bin ich ja schon mittags am Ziel. Will ich das?

Nein, natürlich nicht.

Aber so ist es ja jedes Mal, ich muss meine Geschwindigkeit, die mir gut tut, erst finden.

Und die Pausen ziehen die Zeit auch in die Länge.

Also, mach mehr Pausen, Herr Görth, das ist hier kein Wettrennen!

Auf dem Holzweg…🤣

Aber es läuft sich gut. Die Holzstege entlang der Dünen federn ein bisschen, das gefällt den Füßen gut.

Asphalt und Pflastersteine sind schwer zu laufen, das merkst du garantiert am Abend.

Aber das Thema Füße will ich erst gar nicht aufmachen.

Es läuft!

Mitten in den Dünen im Nirgendwo steht ein Obelisk.

Er erinnert wohl an die Landung portugiesischer Befreiungskämpfer für ein unabhängiges Portugal im 19.Jahrhundert.

Immer weiter geht es durch die Dünen, es ist kaum noch eine Wolke am Himmel, es wird immer wärmer.

Ich beklag mich ja nicht, aber es wird schwitzig.

In Lavra stehen die Fischer an den Netzkörben, holen Krabben raus, die Frauen puhlen Muscheln.

Die Frauen durfte ich nicht fotografieren, die Männer waren da entspannter.

Ich hab mich gefragt, wie kommen die mit ihren Booten bei der Brandung durch die Wellen? Da gehen riesige Wellen 🌊 an den Strand, Surfer hätten ihren Spaß.

Brandung…

Und weit und breit kein Hafen in Sicht.

Kleine Ortschaften gibt es genug, und immer wieder große hochmoderne Wohnkomplexe. Das sind bestimmt alles Ferienobjekte.

In Vila Cha steht das berühmte Café Sandra.

Kein Witz, unter Pilgern ist die Pension ein echter Geheimtipp.

Sandra, wir müssen mal mit ihnen über die Namensrechte reden!

Da geht doch was. 🫣 😊

Auf jeden Fall ist das Café ideal für die Mittagspause.

Nun konnte ich mich auch endlich entkleiden! 🫣 🫣 🫣

Kurze Hose und T-Shirt, und das am ersten Tag.

Die Sonne von hinten, ich muss auf den Nacken aufpassen.

Ansonsten ist der Sonnenbrand vorprogrammiert!

Das Wetter ist toll!

Achterbahn!

Die Unwetter im Februar und März haben die Küste ganz schön heimgesucht, aber überall sieht man Bautrupps mit Radladern, die Strände aufräumen und die schadhaften Holzstege reparieren.

Das ist wie bei uns mit den Löchern im Asphalt. Es dauert seine Zeit!

(Eh, ich bin im Urlaub, Arbeit ist für 6 Wochen tabu!) 😉

War hier ein bisschen wie Achterbahn fahren….

Haben sich aber echt Mühe mit den Wegen gegeben, die Portugiesen.

Am Horizont kommt schemenhaft das Ziel in Sicht, Vila do Conde. Aber das Naturschutzgebiet zieht sich noch ganz schön hin.

Sind noch 5 km! Sagt die Pilger-App… 🤔

Es ist ja nicht langweilig, Natur pur.

Frösche quaken, irgendwelche Strandläufer (Vögel) laufen kreuz und quer.

Und ich bin allein unterwegs, kein Pilger weit und breit.

Bin ich noch richtig?

Ich bin wohl immer noch zu schnell, oder alle anderen zu langsam? 🫣

Aber die Zivilisation hat mich gleich wieder, und siehe da, die erste Kirche am Ortsrand ist offen.

Capila de Sao Sebastian de Azuara

Ein alter Herr stempelt den Pilgerpass und wünscht Bom Caminho.

In die Altstadt von Vila da Conde geht’s über eine Brücke.

Und hier wird’s lustig. Eine junge Frau im Auto kommt mir entgegen gefahren, hupt und winkt mir zu.

Alter Falter, muss ich gut aussehen.

Hab ja wohl immer noch Schlag bei jungen Frauen!

🤣 🤣 🤣 🤣

Naja, das war wohl eher dem Pilger zum Gruß! 😩 😩 😩

Kann ich mit leben …

Ich bin am Ziel, durchgeschwitzt, aber froh, dass es so gut gelaufen ist.

Die Herberge liegt etwas weiter vom Ortskern entfernt, fast direkt am Strand. Modern ausgestattet, sehr sauber und nicht voll belegt.

Supermercado, Bars und Restaurants um die Ecke, die Versorgung ist gesichert.

Die Auswertung zeigt:

Ich war zu schnell und bin mehr Kilometer gelaufen als gedacht.

Die Geschwindigkeit kann ich ja noch runterschrauben,

der Weg ist halt so lang, wie er ist!

Nun noch duschen, essen und die Abendsonne am Strand genießen.

Und natürlich wie ET nach Hause telefonieren, damit Sandra sich keine Gedanken machen muss. 😍

Morgen geht es nach Esposende, 22 km entfernt laut Streckenplan.

Das Wetter wird ähnlich wie heute.

Was will ich mehr…

Darum:

Bom Caminho