Die Nacht war etwas unruhig, der letzte Pilger kam um 21,30 Uhr, die LKW donnerten bis spät an der Herberge vorbei.
Morgens ab 05:00 Uhr wieder LKWs, na, das brauch ich nicht jeden Tag.
Das heutige Streckenprofil ließ schon bisschen was erahnen.

Sofort ging es bergauf, und das nicht zu knapp.
2 km immer aufwärts, ohne Unterlass.
Wiedermal Frühsport.

Auch war der Weg gut gefüllt mit Pilgern, kein Wunder, wenn 2 Varianten aufeinander treffen. Aber da alle mit sich zu tun hatten, war’s recht ruhig. 😉

An einer Herberge am Berg haben sich wieder viele Pilger verewigt, oder unnötige Kilo‘s vor dem Aufstieg abgelegt. Für Souvenir- Jäger genau richtig.

Immer mal hingen solche Schaukeln in den Bäumen zum ausruhen. Hab aber niemanden gesehen, der sie ausprobiert hat.
Ich hatte jedenfalls kein Vertrauen in die Seile.

Der Weg an sich ist top, mal Waldboden, mal geschottert, gut für die Füße.
Und wieder eine tolle Aussicht auf die Ria Vigo.
Da hab ich doch gestern ein wenig geflunkert. Sie reicht sogar 35 km bis nach Arkade ins Inland, nicht nur bis Cesantes. Sorry!


Inzwischen hat sich die Pilgerkarawane etwas auseinander gezogen. Auch meine Geschwindigkeit ist deutlich gesunken. Zwischendurch war ich mal bei nur 3,5 km/h.🫣

Und der Weg hinab nach Arkade wird steinig.
Ja, nach dem Aufstieg kommt der Abstieg. Und der kann genauso anstrengend sein.
Hier merke ich des erste Mal ein unangenehmes Ziehen im linken Fuss. 🤔🤔🤔

In Arkade geht’s über die Ponte Sampaio, eine alte römische, einspurige Brücke. Ich freue mich auf das erste Café unterwegs.
Ich werde enttäuscht, das Café A Romana gibt es nicht mehr. Hier konntest du beim pausieren schön die anderen Pilger beobachten.
Diesmal leider nicht. Schade.

Der nächste Aufstieg kündigt sich an, diesmal wird es richtig steinig.
Man kann noch die Spurrillen in den Steinen von den Ochsenkarren erkennen, so alt ist der Weg.
Kaum vorstellbar, was das für eine Plackerei gewesen sein muss.

Auch hier komm ich irgendwann schweißnass oben an, und da steht dann im Wald ein als Verkaufsstand umgebauter LKW.
Ich bin happy.
Eine Pause hab ich mir verdient.
Hier staut sich die Pilgerschar natürlich auch wieder auf.
Sehen halt alle etwas geschafft aus.
Und natürlich gibt es hier oben auch Verrücke.
Die Radpilger mit ihren Moutainbikes und E-bikes.
Irre, ich wäre kein Meter hier hoch gefahren!
Runter geht’s natürlich auch wieder durch den Wald, die Zivilisation hat uns langsam wieder

Es geht eine Zeit lang durch kleine Dörfer, vorbei an der Capela Santa Marta.
Und die war tatsächlich offen, wo es dann einen schönen Stempel gab.

Im Tal gibt es auch mal eine schön dekorierte Ruine , die den Pilgern das Ziel, die Kathedrale in Santiago zeigt.

Es geht entlang eines kleinen Flüsschen langsam aber sicher nach Pontevedra, die letzten 2 km sind echt angenehm zu laufen.

Bei 23 Grad ist es unter den Bäumen erfrischend kühl.

Und dann am Ziel bin ich echt geschafft.
Es waren nur 17 km, bei durchschnittlich 4,4 km/h.
Der Weg fordert heute seine Tribut.
Ich mach außer Vorbereitung für morgen nichts mehr.
Außerdem bereitet mir mein linker Fuß oberhalb des Knöchels etwas Sorge.
Da muss halt Sandras Super- Salbe zum Einsatz kommen.
Nix Ernstes, morgen geht es weiter, und wieder stramm bergauf.
Nach Silvan, auf der Route Espiritual.
In A Armenteira gab es morgen kein passendes Quartier mehr.
Alles completto.
Egal, ich muss nicht unter der Brücke oder in der Bushaltestelle schlafen. 🤣

Der Wetterbericht sagt weiterhin Sonne an, und für Pontevedra morgen 27 Grad.
Na dann morgen früh rechtzeitig los, in den Wald und die Berge.
Wasser und Verpflegung hab ich noch erledigt.
Darum:
Buen Camino
















































