Heute stehen 24 km bis Vilanova de Arousa auf dem Plan.
Und sonniges Wetter mit bis zu 27 Grad.
Es wird also hot!🔥

Aber erstmal geht es bergabwärts, immer entlang eines Baches, und kurz nach 08:00 Uhr sind schon eine Menge Pilger unterwegs.
Der Espiritual ist ja ganz gut gekennzeichnet, manchmal, wie hier, speziell.
Wenn du hier falsch abbiegst, ist dir nicht mehr zu helfen.

Die heutige Route wird auch Ruta da Pedra de auga genannt. ( in etwa Weg des Wassers, oder Wassermühlen).
Immer den Bach runter hab ich mindestens 12 kleine und große uralte Wassermühlen gezählt.
Und das in traumhafter Natur. Das läuft sich super und ist erfrischend.

Immer wieder kleine „Wasserfälle“, die Handycamera wird echt gequält.😉
Das ist doch mal ein schöner Weg.
Und damit er schön bleibt, braucht es ein kleines Frühstück. Und jetzt zahlt sich das frühe Loslaufen aus.
In meiner Nobelherberge gab’s auch welches, aber 9€, soviel kann ich gar nicht essen.
Die erste Raststätte nach 5 km ist noch nicht überfüllt, ich hab mir Tostarda mit Tomate und Olivenöl bestellt.
Und das Schauspiel kann beginnen.
Die schon bekannten Figuren (Pilger) tauchen auf.
Auch die kleine Italienerin (sorry Sandra 😍) und drei bayrische Mädel.
Sagt die eine: ja mei, das Sackel ist jetzt scho schwer.
Ich grinse sie an!
Sagt sie, schau her, a Deutscher!
Schon waren wir im Gespräch.🤣
Und dann wurde es doch echt voll.
Es ist Sonntag und die Spanier gehen auch frühstücken.

Ich hab schnell aufgegessen und das Weite gesucht.
Weiter entlang des Baches, immer noch im Schatten.
An den offenen Stellen hab ich aber schon gemerkt, wie die Sonne unbarmherzig brennt.
Aber es läuft gut auf Holzstegen und Sandboden.

Vorbei an den Plantagen mit Wein, wo die Reben sind schon zu erkennen sind.

Ich wechseln über einen kleinen Fluss, bin im Tal angekommen. Und der Schatten ist weg. Schwitzen ist angesagt.

Immer wieder kleine Äcker mit Paprikapflanzen, Kartoffeln, Zwiebeln und Salat.
In einem kleinen Dorf eine Bar, voll mit Einheimischen.
Wieder ein Schauspiel, lautes Lachen und Lamentieren, Bier und Wein bis zum Abwinken.
Die Wirtin läuft mit der Rotweinflasche rum und fühlt immer nach.
Wie rechnet sie das ab? 🫣
Krass ist auch , viele haben ihr Auto vor der Bar stehen, sind fertig, steigen ein und weg sind sie! Alter Falter.
(Sandra sagt, die Polizisten sitzen in Zivil auch in der Bar und trinken mit).🤪

Nach weiteren Kilometern könnte ich gut eine Abkühlung gebrauchen, aber auf die Sandbank im Fluss hab ich mich doch nicht getraut.

Abkühlung gab’s in der Capela de san Pedro de Mouzos.
Dort hatte ein Pater Dienst.
Nachdem er sah, das ich zwei Kerzen 🕯️ angezündet hatte, verwickelte er mich ins Gespräch und erzählte mir in Englisch was von Maria und Jesus.
Überhaupt nicht aufdringlich, einfach gut.
Er wollte sogar ein Bild machen von mir in der Kirche, damit ich mich erinnere. Wenn ich das richtig verstanden habe!
Und sein „Buen Camino“ war wie ein Segen. Toll!

Der Weg zog sich unter Spaniens Himmel elend lange hin, ein Belgier bat mich, ihn am Kreuz zu fotografieren, und schon wieder war ich im Gespräch.
Auch ein erfahrener Pilger, und wir hatten uns seit Porto schon ein paarmal gesehen.

Was für eine Quälerei war das zum Schluss.
An der Bucht entlang, die letzten 2 km wollten in sengender Hitze nicht enden.

Aber am Hafen in Vilanova waren fast 24 km geschafft.
Und der Wegweiser sagt: 56 km bis Santiago!
Ich komme…

Morgen wird es aber definitiv ruhiger, ich fahre mit der „Barca de peregrinos“ bis kurz vor Padron entlang der Bucht und auf dem Fluss.
Und meine Füße können das gut gebrauchen.
Ein wenig Erholung.

Nach Einschecken in der Unterkunft, einer ordentlichen „Wartung und Pflege„ und anschließender Ruhepause, hab ich mich noch mal aufgerafft.
Ich hatte doch was von Chipriones gelesen! Dem konnte ich nicht widerstehen.
Und wen treffe ich im Lokal ? Den Belgier.
Ich setze mich dazu, und bestelle mir Clara con limon und eben Chipriones !
Die Kelnerin: Clara si, Chipriones no!
Küche erst wieder 19:30 Uhr!
Ich hab wohl so verhungert ausgesehen, das sie 5 Minuten später mit einem großen Teller voll mit lecker Chipriones extra für mich kam.
Der Belgier wollte sich wegschmeißen.🤣🤣
O-Ton Sandra: nun ist gut, da lass ich dich nicht mehr hin, muss ja Angst haben, das du nicht wieder kommst! 🤣🤣🤣

So hatten der Belgier und ich noch nettes, interessantes Gespräch.
Und morgen sieht man sich, auf der „ Barca“.
Fazit heute : bei 24 km und Hitze, am Limit, aber angekommen.
Und schön war’s!
Darum auch heute wieder,
Buen Camino



