Monte Aro…

Der mit den Hühnern spricht!

Da wir in einer Albuerge übernachtet haben, war gestern schon früh (22:00 Uhr) das Licht aus.

Und das Geschnarche begann ! Auch bei nur 7 Pilgern ist garantiert einer bei, der schnarcht.

Gut geschlafen hab ich trotzdem, dank Ohropax.

Zum Frühstück gab es nur Café americano, wir zehren noch vom Abendessen gestern.

Wir sind mal wieder die letzten in der Albuerge, haben heute aber auch nur 16 km vor uns. Und es ist ein frischer Morgen mit nur 8 Grad und etwas Wind.

Die nächste Stadt ist erst Cee, wir laufen übers Land, die Bauern sind schon fleißig am Gülle versprühen.

Also, wieder frische Landluft.

Was für ein Verkehr auf den einspurigen Straßen.

Ab und zu gehst freiwillig auf den Randstreifen, wenn ein riesiger Trecker mit Güllefass oder ein Milchlaster kommt.

Die Bauern machen auch schon den ersten Grünschnitt für Silage.

Hier stehen in den Dörfern auch noch große alte Speicher, die Hórreos.

Manche sind echt riesig und ursprünglich.

Der erste Anstieg des Tages ist der Weg zum Monte Aro.

2022 sind wir hier schon mal hoch gelaufen, damals hatte ich mich vor Ostern mit Corona angesteckt, und mich hier echt hoch gequält.

Heute war’s ein Klacks, kein Problem.

Und auf der Aussichtsplattform hatten wir bei klarem, sonnigem Wetter einen schönen Blick über die Berge. Wir merken jetzt, das der Wetterwechsel kommt, es ist windig geworden, mit nur 7 Grad.

Nach 1,5 Stunden machen wir die erste Pause, jetzt kann es Frühstück geben.

Es kommt, was kommen musste!

Unsere Portugiesen sind wieder da, und vor uns! 😉

Na klar, das dauert jetzt etwas.

Inzwischen lachen wir drüber.😂

Die werden uns bestimmt bis Fisterra verfolgen.

Die Landschaft wird karger, felsiger, auf den Bergkuppen immer wieder viele Windräder. Der Stechginster ist wieder da.

Zwischendurch eine kleine Kapelle mit freistehendem Glockenturm. Die Begräbniskultur ist hier schon anders als bei uns, für mich gewöhnungsbedürftig.

An der nächsten Raststelle, na klar, die Portugiesen sind auch da. Was für ein Schauspiel. 😉

Ich hab nachgezählt: 12 Frauen und zwei Männer, wahrscheinlich die beiden Wanderführer. Es wird gegackert, hier ein Foto, da noch ein bisschen an der Ausrüstung zupfen, Haare richten, u.s.w.

Wir sitzen beim Café und amüsieren uns.

Ich glaube, die Mädels haben mindestens 10 Minuten gebraucht, um loszukommen.

Wir haben unseren Spaß.

Und zur Sicherheit spitze ich meinen Wanderstock am Schleifstein vorm Café nochmal an!

Natürlich nur wegen der kommenden Berge und eventueller „Kampfhunde“. 😂😂😂

Indes führt das Stadtkind Hardy ein ernstes Gespräch mit der einheimischen „Hühnerschaft“. Ihr Hühner, was sind das für Arbeitsbedingungen? Ja, das wissen sie, aber….

Rebellion im Hühnerstall?

Oha, ob das morgen noch Eier für die Tortilla gibt?

Na, wir sind dann schon weg. 😂😂

Auch das ist Camino.

Orte unterwegs, wo irgendwelchen Pilgern, Verwandten oder Freunden gedacht wird, Zettel, Bilder oder kleine Steine abgelegt werden.

Haben wohl viele etwas mit auf dem Weg, wo ran sie denken….

Es läuft sich weiter gut, die Vegetation geht zurück, es ist steinig und trocken. Selbst die Kiefern sind mickrig. Es ähnelt einer Heidelandschaft.

Und die Erika ist natürlich auch da!

Von Wassermangel kann hier aber nicht die Rede sein, der Stausee im Tal ist gut gefüllt.

Und im Windschatten der Berge wird es endlich wärmer, wir können um 14:00 Uhr die Jacken ausziehen.

Etwas weiter unten, an einer kleinen Brücke im Niemandsland, will uns ein natürliches Wasserbecken zum Baden einladen. Nein Hardy, das Wasser ist viel zu kalt für uns, spring nicht!😎😎

Aber einladend und klar war’s schon.

Nach 16 km kommen wir in O Logoso an, ein echtes „Kuhkaff„.

Die Herberge will uns erst nicht, die Bäuerin findet die Buchung nicht gleich!😩

Alles klärt sich, wir dürfen rein.

Frisch geduscht relaxen wir.

Irgendwas riecht hier, aber ich hab die Füße doch gewaschen?

Die Schuhe stehen auf dem Fensterbrett in der Sonne. Ääh?

Klaro, frische Landluft auf dem Bauernhof! 😂😂

Santa Mariña – O Logoso 16 km

Morgen geht’s dann ganz gemütlich nach Cee, und dort hat uns das Meer wieder.

Bis dahin…. Buen Camino

Tagesstrecke

16 km

Insgesamt

399 km

Frische Luft…

Wir sind die „Alternativen“😂

Seit um 07:00 Uhr ist Trubel im Hotel, es ist einfach zu hellhörig. Die Spanierinnen im Nebenzimmer unterhalten sich lauthals.

Was hilft es, wir machen uns fertig und gehen zum Frühstück. Und sind dadurch schon 08:30 auf der Piste. Es ist frisch draußen.

Ein übergroßer Jacob verabschiedet die Pilger in Richtung Fisterra.

Und scheinbar hat es auch viele Einheimische in die weite Welt gezogen, die Mütter mit den Kindern sind zuhause geblieben, wie dieses Denkmal zeigt.

Aus Negreira raus zu laufen ist immer interessant.

Vor allem, wenn mein lieber Bruder sich als „Fotocrasher“ betätigt!😂

Das Stadttor ist auf jeden Fall ein Foto wert.

Und wie der Wegweiser zeigt, sind es heute nur noch knapp 70 km bis zum „Ende der alten Welt„.

Für uns geht es hinter dem Stadttor gleich auf die angebotene alternative Route entlang des Flusses Rio Barcala.

Die Originalroute verläuft an der Strasse weiter. Wir bevorzugen Wald und Schotterwege, dort läuft sich viel besser und schont die Füße.

Und niemand folgt uns.🤔 Nein, wir verlaufen uns nicht.

Gut so, wir genießen die Ruhe und Natur, lassen die anderen Pilger der Strasse folgen. Die wissen ja gar nicht, was sie verpassen.

Vom Fluss geht es natürlich den ersten Berg hinauf, es ist schön urtümlich. Und das macht dann auch Spass.

Bis zum Originalweg, dann haben uns die anderen Pilger wieder.

Aber schneller sind die auch nicht.

Es wird jetzt leider unruhig, es wird gesabbelt, lamentiert, manche können gar nicht aufhören.

Und in der ersten Bar des heutigen Tages sind auch wieder die Portugiesen von gestern da.

Überall auf der windgeschützten Terrasse verteilt und haben ihre Sachen auf den Tischen abgelegt. 🤔 Könnte sich ja einer hinsetzen wollen.

Wir setzen uns abseits, haben unsere Ruhe und einen herrlichen Ausblick. Und starten dann natürlich noch vor Ihnen.

Wir merken, es sind heute deutlich mehr Pilger unterwegs, sie haben sich in Negreira bei den ganzen Herbergen dort gut verteilt.

Am Wegrand hat jemand seine Mauer verschönert, will die geplagten Pilger 😂 wohl etwas aufmuntern. Eine kleine „Fusshupe“(Hund) verteidigt lautstark diese Kunst.

Was heute übers Land auffällt, ist die besonders frische Luft. 🤔😉

Die Bauern bringen überall ihre Gülle aus den vielen Kuhställen auf die Äcker.

Aber überall! Was für ein Geruch!

Eben frische Landluft.

In Vilaserio ist dann unser zweiter Stopp, eine schöne große Herberge mit Pilgerversorgung und gut gefüllt mit pausierenden Pilgern.

Es ist etwas hektisch in der Küche, aber wir haben Zeit.

Und hier sind wir eher als die Portugiesen angekommen. 🤣

Wir haben die letzten Sitzplätze bekommen!😎

Man sieht sich meist immer zweimal!

Es geht dann selbstverständlich weiter bergauf, wir kommen auf 584 Höhenmeter.

Auf den Bergkuppen stehen hier überall Windräder, nicht schön, aber hier stören sie wohl weniger.

Hardy lacht sich zwischendurch mal tot, ich hab das seltene Talent, über den einzigen Stein auf dem Weg zu stolpern.

Gut geschotterter Weg, ein einziger faustgroßer Stein, der ist Meiner.

Mach kein Blödsinn!

Ich wollte den Stein doch bloß aus dem Weg räumen!😂😂

Wir gehen nochmals eine alternative Variante des Weges, um nicht wieder ein paar Kilometer an der Strasse laufen zu müssen.

Nur komisch, kennen die anderen Pilger diese Varianten nicht?

Na, dann sind wir jetzt wohl wirklich die „Alternativen“.😂

Die alternative Variante ist definitiv die bessere Wahl.

Sonst würde man folgendes nicht sehen!

Das kennen wir schon vom letzten Mal und es hat sich nichts getan. Was für ein Schwachsinn! 😂😂😂

Weit und breit keine Autos, absolut einsehbar, aber Stopp-Schild!

Egal, wir lachen drüber und denken uns unseren Teil.

Wir genießen einfach die Alternative!

Ganz von der weiten Welt sind wir ja nicht abgeschnitten.

Ich weiß, das ist jetzt ein ganz heißes Eisen:

in Deutschland kann momentan keiner über das Wetter lachen.

Wir haben die Bilder vom Schnee an der deutschen Ostseeküste gesehen.

Bei uns wird es jetzt auch kühler, wir haben heute erst um 13:00 Uhr die Jacken ausgezogen.😂

Im sonnigen Spanien wird es nun nicht mehr so warm, wie in den letzten Tagen, nur noch 15,16,17 Grad.😎

Das Wetter ändert sich die nächsten Tage auch bei uns!

Aber versprochen, wir bringen die Sonne und die Wärme am 30.04. mit in den Norden!

Unsere heutige Albuerge ist in Santa Mariña, die Casa Pepa war, wie schon gesagt, completto!

Albuerge Santa Mariña

Aber wir sind top untergebracht, die zweite Albuerge sieht nagelneu aus. Und was hier in der galicischen „Pampa“ wichtig ist, sie hat ein Restaurant. Es gib heute das Menu de peregrino.

Einen Supermercado oder sowas zur Selbstversorgung gibt es hier nicht.

Wir sind also gut versorgt, werden nicht vom Fleisch fallen.

Und die Clara schmeckt!😎

Heute waren es insgesamt 24 km, wiedermal mehr als angesagt.

Aber das kennen wir ja.

Morgen wird’s wahrscheinlich ein Katzensprung. Wir laufen über den Monte Alto nach o Logoso, es werden nur 15 Km Wegstrecke, aber auch mit einem ordentlichen Anstieg zum Monte Alto.

Das wird…. Buen Camino

Tagesstrecke

24 km

Insgesamt

383 km

Fisterra, wir kommen….

Der Blick zurück….

Um 08:30 im Café in der Nähe der Herberge sind fast nur Pilger zum Frühstücken.

Gestern Abend bei dem schönen Wetter waren noch viele Spanier unterwegs. Sonnabend wird gefeiert. Demzufolge schlafen die meisten jetzt um diese Zeit noch.

Uns zieht es nach Westen aus der Stadt, der Weg führt uns nochmal an der Kathedrale vorbei. Und wir sind nicht allein. Heute werden es wohl mehr Pilger als sonst.

Es geht nach Negreira, 21 km liegen vor uns.

Die Sonne scheint schon, trotzdem ist es frisch, 8 Grad.

Aber die Sonne hat Kraft, es wird ein warmer Tag.

Der erste Kilometerstein des Camino Fisterra zeigt für Fisterra 89 km und für Muxia 86 km. Wir haben unsere Wahl schon getroffen. 89 km passen fürs Erste.

Den Weg können wir nicht verpassen, er ist gut gekennzeichnet, auch wenn manche Schilder schon bessere Zeiten gesehen haben.

Nach 3 Kilometern dann ein Blick zurück auf die Stadt, die Türme der Kathedrale von Santiago sind immer noch zu sehen. Es ist aber kein wehmütiger Blick.

Wir kommen wieder, versprochen.😎😉

Und hier oben über der Stadt, die erste „Mautstelle“ für Pilger. Uns hat der kleine Hund ohne eine Notiz passieren lassen. Sahen wir so uninteressant aus? Stinken wir? 🤔

Aber die Mädels hinter uns haben ganz schlechte Karten, ohne Streicheleinheiten gibt es für die beiden kein Durchkommen!

Mal ein liebes Tier, kein Kläffer, der uns zerfleischen will. 😂

Der Weg läuft sich einfach gut, hauptsächlich geht es durch Wald, auf geschotterten Wegen.

Wenn da nicht die portugiesischen Luxuspilger wären.

Die Frauen plappern ununterbrochen, in einer Lautstärke und Schnelligkeit, es ist kaum auszuhalten.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten : wir machen einfach eine Pause und lassen sie davonziehen, oder…

Wir können sie kurz vor der ersten Bar im Dorf Quintans überholen.

Aber dann kommt die Krönung.

Ich steh schon in der Bar, will bestellen, kommen die Portugiesen rein. Ein Alarm.

Ein Mann gleich neben mir über den Tresen: Espresso Por favor!

Spinnt der?

Die Frauen wollen sofort ihre PilgerPässe stempeln. Sind einfach rücksichtslos und so laut.

Die Frau hinter dem Tresen hat aber den Überblick behalten. Immer der Reihe nach!

Wir sind dann vor ihnen wieder losgegangen und haben sie bis Negreira nicht mehr gesehen.

Besser so!

In den Dörfern blüht schon alles, hier in A Rapos ein „Schneeball“ und die Rosen.

Der Weg geht immer geradeaus, bergab. Hardy sagt schon, da hinten müssen wir den großen Berg wieder hoch!

Nö, sag ich, ich kann mich erinnern, es geht im Tal weiter.

Kann ich mich wirklich nicht erinnern, oder will ich nicht? 🤔

Unten an der kleinen mittelalterlichen Brücke, ahnen wir, was dann kommt!

Klar, wir müssen wieder den Berg rauf. Ja, das schaffen wir.

Aber das Schild am Weg verheisst nichts Gutes.

10% Steigung auf 2 km.😱😱😱

Wir können von Glück reden, das es durch den Wald bergauf geht, die Sonne brennt schon wieder richtig. Und 2 Kilometer können verdammt lang werden.

Es wird ein schweißtreibender Aufstieg, wir sind aber nicht die Einzigen, die sich hocharbeiten, alle quälen sich.

Ich kann mich echt nicht mehr an diesen Anstieg erinnern.

2022 gab es den noch nicht! 😎

Aber auf der anderen Seite geht es wie immer wieder runter.

Und dort wartet die Ponte Maceira über den Rio Tambre.

Sie ist aus dem 13.Jahrhundert und nur noch als Fußgänger nutzbar. In Verbindung mit der alten Wassermühle und den historischen Häusern, ein sehenswertes Ensemble.

Wir hatten gehofft, hier Pause im Café machen zu können, Pustekuchen!

Es ist Sonntag und Siesta.

Nun ja, die letzten 4 km werden wir auch ohne Pause schaffen.

Aber schade, der Ort läd echt zum Verweilen ein. Und zum Baden!

Aber es ist keine Badestelle zu finden, ich muss mich noch bis Fisterra gedulden.😩😩😩

Es geht ein Stück entlang des Rio Tambre, schön schattig.

Vielleicht findet sich hier eine Badestelle?

Fehlanzeige!

Nein, keine Badestelle, aber ein Tunnel.

O- Ton Hardy: Nö, der ist mir zu groß! Der fetzt nicht!

Oder doch?

Ich bekomme Hardy überredet! 😂

Sieht doch mal cool aus, nicht immer solche kleinen Tunnel, dieser ist mal was, oder?

Im nächsten Dorf hatte wohl noch jemand einen Mühlstein von der Ponte Maceira. Und hat eine Sonnenuhr draus gemacht.

Aber stimmt die?🤔🤔🤔

Wir sind dem Ziel nahe und genießen den Weg, der heute sehr gut zu laufen war.

Wie war das mit den 10% Steigung auf 2 km? Schon vergessen?

Einige Pilger sind immer mal wieder kreativ unterwegs auf dem Camino.

Negreira ist in Sicht und Hardy biegt ab. Er will heute ganz nobel unterkommen. Die Eigentümer lassen ihn aber nicht rein.

Das hat er, glaub ich, 2022 schon mal versucht, hat da schon nicht geklappt. 😂😂

Also doch Hotel Millan.

Hier sind wir schon 2022 untergekommen, das Frühstück ist morgen inclusive.

Und hier gibt es jetzt die wohlverdiente Clara con lemon und einen Café.

Das Thermometer zeigt 25 Grad an, wir suchen den Schatten.

Es wurde nochmal lustig.

Ein Reisebus fährt vor und gefühlt 100 hochbetagte Rentner steigen aus. Wird wohl eine Kaffeefahrt sein.

Beim Kaffeetrinken ertönt dann mit Mal laute Musik.

Hardy kommt hoch und lacht, die „Alten“ rocken den Saal.

Aber nach 1,5 Stunden ist alles vorbei. Die hatten definitiv Spass.

Inzwischen haben wir in Santa Mariña angerufen, und in der privaten Albuerge 2 Betten reserviert. Hier laufen jetzt doch so einige Pilger durch, nicht das morgen alles belegt ist.

Meine favorisierte Albuerge Casa Pepe, in der ich schon 2 Mal war, ist leider „completto“.😩

Morgen stehen 21 km bis Santa Mariña an, es soll zwar sonnig werden, aber nicht mehr so heiß.

Mir würden ja auch nur 15 Grad reichen.😉

Aber wir müssen das Wetter so nehmen, wie es kommt! 😂😂

Für heute…. Buen Camino

Tagesstrecke

22 km

Insgesamt

359 km