Ruhetag….😱

Powernap contra Geocaching!

Ruhetag heißt: Ausschlafen!

Um 07:30 Uhr sind wir beide aber doch schon wach, auf jeden Fall aber ausgeschlafen. Solange wie in Ferrol (09:15), ist es also nicht geworden.

Und was fängt ein Pilger am Ruhetag mit soviel Zeit an?

Natürlich ausgiebig Frühstück essen, heute mal im Hotel.

Hardy hat auch schon einen Plan.

Er geht in den Waschsalon gegenüber, unsere Hosen und Jacken haben jetzt echt eine Maschinenwäsche nötig.

Unser Zimmer sieht danach wiedermal wie ein Wäscheplatz aus.😂

Ein ruhiger Tag heißt auch, wir gehen auf Sightseeingtour durch Fisterra. Nur ist Fisterra sehr überschaubar, ein kleiner Hafen mit Fischauktionshalle, Hotels, einer Menge Herbergen, reichlich Cafes und Restaurants. Und ganz wichtig, eine Bushaltestelle!

Noch ist das Wetter trocken, es weht kein Lüftchen, die Bucht spiegelglatt.

Ich kaufe und schreibe klassisch 2 Postkarten für die Enkelkinder, bin ja mal gespannt, wie lange die Post bis nach Deutschland braucht, 2 Wochen?🤔

Hardy dreht den allmorgendlichen Reel für unsere User im Netz. Viel los ist heute nicht, eben Ruhetag.

Selbst die Seesterne haben keinen Bock mit der Ebbe mitzugehen, dieser wartet wohl die nächste Flut ab. Scheint ihm nichts auszumachen.

Die Fischer sind am Hummerkörbe reinigen, die Körbe werden dann penibel aufgestapelt.

Der Fang des Tages wird gleich am Abend in der Fischauktionshalle an die Händler verkauft.

Diese Aufnahme stammt vom Vorabend.

Inzwischen hat es etwas genieselt, wir genießen einen guten Café americano, der Hotel-Filterkaffee ist nicht so das Wahre!

Wir sind jetzt halt verwöhnt. Ich weiß noch, nach meinem ersten Camino 2014 kam ich nach Hause, und habe gleich einen ordentlichen Kaffeeautomaten gekauft. Mir hat der Filterkaffee nicht mehr geschmeckt. Ja, ich bin verwöhnt!

Mittags begann Hardy müde zu werden, sagte: ich mach jetzt mal einen Powernap. 🤔😱

Ich bin überhaupt nicht müde, schwächelt der Kleine etwa auf den letzten Kilometern?

Ok, ich gehe geocachen, lauf nochmal 3 km zum Kap hoch.

Hardy schläft sich aus. 😂

Gestern im Ankommens-Rausch am Kap, hab ich nicht ans Geocachen gedacht.

Warum auch, das war da total unwichtig.

Und meine Füße sehnten sich jetzt schon wieder nach richtiger Bewegung.

Ruhetag ist nichts für Pilger.

Am Faro ist es voller Touristen, alle wollen sich am 0,00 km -Stein fotografieren lassen.

Aber dürfen die das, sind doch gar nicht gelaufen?

Ich suche meine Caches, und wieder blinken 3 neue Smileys auf meiner Geocachingkarte.

Es nieselt nun auch wieder.😩 Die Regenjacke war also die richtige Wahl.

Auf dem Rückweg habe ich Hardy angerufen und richtig aus dem Tiefschlaf geholt.

Los, wir treffen uns wie vereinbart am Hafen.

Wir gehen schon wieder in ein Restaurant am Hafen, genießen leckeren Café americano und beobachten die Leute.

Mein lieber Sohn Florian hat letztens angemerkt, ich lese immer nur Café, Clara, Essen, macht ihr auch was anderes zwischendurch?

Heute nicht! 🤪

Wie abgemacht, gönnen wir uns danach noch ein Eis.

So gestaltet man einen Ruhetag !

Und übrigens:

Hardy ist ausgeschlafen, und sagt, ich könnt schon wieder loslaufen. 🤪 Na also, er schwächelt nicht, Alles ist gut!

German – Bäckerei! 😂😂😂 nur leider zu, Siesta!

Auch mein Geheimtipp, Bar O Pirata hat nur von 12:00 – 17:00 auf. 😩

Dann wird es heute Abend wohl der „Old Captain“!

Morgen geht’s weiter nach Lires, knapp 19 km entlang der Küste, ein sehenswerter Weg oben auf den Klippen, und mit zwei sehr schönen Buchten.

Wir hoffen, das das Wetter mitspielt, bis 07:00 soll es noch regnen. Solltes es doch zu nass sein, gehen wir eine Alternative, nicht das am vorletzten Tag noch was passiert.

Momentan regnet es kräftig, aber es sind noch ein paar Stunden bis zum Abmarsch.

Bis hier hin war’s ein ruhiger Tag, drum…

Buen Camino

Tagesstrecke

0 km 🤔 ( was mach ich mit den 7 km zum Kap?)

Insgesamt

Immer noch 438 km 😂

Zum „Ende der alten Welt“…..

Brothers on Tour“ am Ziel

Heute nun endet Teil 3 unserer Pilgerreise.

Wir kommen an das „Ende der alten Welt“.

Es ist bedeckt und ganz windstill, als wir Cee verlassen.

Es geht durch den angrenzenden Ort Corcubión, der Hafen ganz ruhig, das Wasser spiegelglatt.

Hier ist die kleine Altstadt zum Großteil sehr schön saniert.

Hat viel mehr Charme, als der Nachbarort Cee.

Sogar die Kirche San Marcos de Corcubión ist offen. Aber der Priester bereitet die Morgenandacht vor, da will ich nicht wegen eines Stempels stören.

Raus aus dem Ort geht es durch enge Pfade, gesäumt von aufgetürmten Trockenmauern. Der erste Anstieg des Tages.

Wir hatten beide gehofft, in Fisterra an der langen Praia im Sonnenschein über den Sandstrand zu laufen.

In San Roque zeigt sich das Kap, das Ziel, ein erstes Mal.

Ob es trocken bleibt?

Vor Estorde fängt es dann an zu nieseln, das altbekannte Spiel beginnt. Erstmal nur die Regenjacken anziehen, nach 10 Minuten den Poncho über.

Angesagt war etwas Regen, wir sind also vorbereitet gewesen, Poncho und Regenjacken lagen zu oberst, es geht schnell beim Anziehen.

In Sardiñeiro machen wir Pause im Café, nach 15 Minuten ist der Regen Geschichte. Wir können die Regensachen verpacken.

Im Wald oberhalb der Küste läuft es sich gut, zumal es nicht kalt ist.

Der Blick aufs Meer macht uns dann Hoffnung auf Sonne!☀️

Hardy ist ganz aufgeregt, er will endlich seine Füße im Atlantik baden. Wieder eine KneippKur für geschundene Pilgerfüße.

Aber wir können uns nicht beklagen, selbst ich, der nie ohne Blasen durchkommt, hatte bis hier her nur zwei ganz kleine.

Wenn ich da an die Via de la Plata denke, …..oje.

Und dann ist es geschafft, Schuhe aus und baden! Füße baden!😎

Überlegt hatte ich kurz, nein, es ist wohl doch zu kalt.

Obwohl: der Norddeutsche sagt bei 20 Grad, es ist Hochsommer, und bei 15 Grad Wassertemperatur, die Badesaison ist eröffnet! 😂😂😂

Nein, wir wollen die Spanier nicht total verwirren, manche laufen hier noch mit dicken Winterjacken rum!

Wir sind bestimmt noch eine halbe Stunde an der Praia Lagosteira langgelaufen, bis wir Fisterra erreichen.

Ich wollte ja morgen noch Jacobsmuscheln sammeln, aber es sind keine zu finden, eine einzige, und die war gebrochen. 🤔🤔🤔

Meine Reserven zuhause sind aufgebraucht! Und nun?

Vor dem Strandrestaurant am Ortsbeginn gibt es, wie beim letzten Mal,2022, eine Clara.

Beim Füße saubermachen fängt es dann doch wieder an zu regnen.

Aber wir wollten im Sonnenschein am Kap ankommen!🤔🤔🤔

Egal, eben Regenjacken an und weiter. Das Kap ruft.

Den Pilgerkumpel auf dem Weg hoch zum Leuchtturm schieben wir ein bisschen an, damit er es auch hinauf schafft.

Und unsere Hoffnung wird am Nullstein erfüllt, wir kommen mit ersten Sonnenstrahlen an.

Nach 434 km von Ribadeo über Ferrol und Santiago, sind wir gesund und munter am „Ende der alten Welt“, dem Kap Finistere.

Es ist immer schön, hier oben anzukommen….

Und dann erst der Blick aufs Meer, diese endlose Weite…

Wir genießen das, machen natürlich die Fotos vom Ziel.

Und der bronzene Schuh sagt ja wohl alles.

Eile mit Weile, langsam ist manchmal mehr!

Und das Foto ist nicht gestellt!

Die Schnecke war schon auf dem Schuh!

Es ist irgend wie ein Zeichen in der immer schneller werdenden Zeit!

Es ist inzwischen voll am Faro, viele Touristen kommen mit Bussen hier hoch, es ist halt eine Attraktion.

Wir sitzen im Windschatten des Faro und vertilgen unsere Wegzehrung.

Und der Stempel für den Pilgerpass sagt es:

Es ist geschafft, 0,00 km!

Zurück in Fisterra geht’s zum Hotel, es liegt etwas oberhalb im Ort.

Hier bleiben wir bis Sonnabend morgen. Den Freitag haben wir zum Ruhetag gemacht, genügend Zeit zum Rückflug bleibt uns.

Bis hierher hat unser Plan also absolut gepasst, alles war stimmig, wir sind echt zufrieden.

In der öffentlichen Albuerge holen wir uns den letzten Stempel und die „Fisterra“ die Urkunde für den Weg hierher.

Und belohnen uns danach mit einer ordentlichen Portion Chipriones!

Morgen also Ruhetag, ausschlafen, Sightseeingtour, Wäsche machen, Postkarten an die Enkelkinder schreiben, Shopping? Wir werden die Zeit schon rum kriegen. Und Sonnabend dürfen wir dann wieder loslaufen….

Cee – Kap Finistere – Fisterra 20 km

Bis dahin. Buen Camino

Tagesstrecke

20 km

Insgesamt

438 km

Pedra Cabalgada und der Vákner…

Alternativen liegen uns.

Gestern Abend hat Hardy noch eine Sehenswürdigkeit ganz in der Nähe der Herberge gefunden, also hat sich der Plan für den heutigen Tag kurzerhand geändert. Wiedermal eine Alternative, und die lieben wir bekanntlich.

Morgens halb Neun in Galicien, wir genießen ein kleines Frühstück mit Tostarda und Marmelade, jeder 2 Café in der Herberge.

Denn bis Cee gibt es keine weitere Versorgungsstation! Wir sorgen vor, aber eigentlich sind es auch nur 15 km.

Eigentlich!

Erstmal geht es zur Pedra Cabalgada, einer sehenswerten Gesteinsformation. Und für solche Extras sind wir immer zu haben.

Die befindet sich über den Berg, quasi auf der anderen Seite.

Wir müssen den gestrigen Weg etwa 1 km zurück, und dann um den Berg rum laufen.

Das wird aber kein „Shortcut“, eher ein Umweg. Egal!

Anfangs kommen uns noch Pilger entgegen, die sich bestimmt wundern, wohin wir abbiegen.

Und das ist Pedra! Eine scheinbar schwebende Felsplatte auf einem darunter liegenden Felsblock.

Hardy erinnert das an den Millennium-Falken aus „Star Wars“🤔🤔🤔

Ja, hat was!

Beim Fotografieren hab ich die Platte aber dann doch lieber mit meinem Wanderstock gestützt, nicht das hier der Weg für mich endet.😂😂😂

In Hospital O Logoso kommen wir wieder auf den richtigen PilgerWeg. Hier zieht Hardy erst mal die ganz großen Wanderschuhe an, ist er jetzt größenwahnsinnig geworden?

Natürlich nicht, aber hier wird immer fotografiert.

Und hier ist dann auch das letzte Café bis Cee, ich konnte Hardy zum kurzen Stop überreden.

Hatten wir nicht erst vor einer Stunde Frühstücks- Café ?

Aber nach 10 Minuten geht es völlig „überkoffeiniert„ weiter. 😎😎

Auch die kreativen Pilger waren wieder unterwegs, Hardy erinnert sich aber, das war schon beim letzten Mal so.

Inzwischen ist es richtig windig und kalt hier oben geworden, 8 Grad, so das ich mir die Jacke überziehe.

Auf den letzten Metern will ich mich nicht noch erkälten.

Ich zeige an, wo ich hin will, nach Fisterra.

Hardy hat den Weg im Blick und weiß natürlich, wo es langgeht.

Hier oben ist es wie auf einer Hochebene, irgendwo dort hinten das Meer!

Irgendwann zeigt es sich dann, in der Ferne sind Cee, Fisterra und der Faro am Kap Finistere zu erahnen.

Gefühlt so nah, und doch noch fern.

Aber wir bekommen heute noch unseren Blick aufs Meer!

Vorher müssen wir uns aber mit dem Vákner beschäftigen!

Sowas wie ein Wehrwolf, der im 14. Jahundert in dieser Gegend die armen Pilger überfallen und gemordet haben soll.

O-Ton Hardy: das waren verkleidete Kelten, die sich nicht christianisieren lassen wollten. 😂

Ich glaub, es war ein….😂😂😂

An Legenden soll ja immer ein Quäntchen Wahrheit sein.

Ich setzte mich mal schnell unters Kreuz, da bin ich sicher.

Aber sind Hardy und ich uns sicher und einig, wo es jetzt weiter geht?

Immer dem gelben Pfeil nach, ist doch klar.

Und nun? Wir entscheiden uns für Links! Wir wollen morgen in Fisterra ankommen.

Finde den Fehler !🤪

Immer weiter geht es über geschotterte Wege, es läuft gut.

An der Capilla de Nuestra Señora de las Nieves machen wir eine Trinkpause, (wo sind die letzten Müsliriegel?) und haben ein nettes Gespräch mit einem holländischen Pärchen, die den Camino Fisterra als Probelauf für weitere Caminos ausprobieren.

Zwischendurch ein kurzer Blick auf den Atlantik in der Ferne. Immer noch so weit weg.

Den letzten flachen Anstieg meistern wir locker, heute sind viele Pilger mit uns unterwegs.

Doch wo sind unsere Portugiesen? Wir haben sie nicht mehr gesehen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, wir sehen sie in Fisterra.

Kurz vor dem langen steilen Abstieg nach Cee ist eine Kapelle am Wegesrand geöffnet. Wir rasten ein paar Minuten und ich hole mir den Stempel für den Pilgerpass.

Und siehe da, ich kann auch noch zwei Kerzen anzünden. 😊

Cee selbst ist ein kleines Küstenstädtche, nichts Besonderes.

Einige Herbergen und Hotels, ein regionales Krankenhaus (oder Kranken-Zentrum) Einkaufscenter, Bank und natürlich Cafés u.s.w.

Da es nun doch 19 km anstatt 15 km geworden sind, und wir noch nicht in die Unterkunft kommen, gönnen wir uns jeder eine Clara. 😋

Heute ist mal wieder SchmalHansKüchenmeister angesagt, wir holen eine Empanada, Käse und Wurst, dazu ein Kolli Mahou mixta aus dem Supermarkt.

Wir sind gut versorgt und werden satt.

Und dadurch haben wir auch noch Wegzehrung für den morgigen Tag.

Morgen gibt es nun den Endspurt zum Faro am Kap Finistere.

Dort endet dieser Camino.

17 km, also eine Kurzstrecke.

Da wir nicht so recht wissen, wie sich das Wetter entwickelt, laufen wir bis zum Mittag mit unseren Rucksäcken durch zum Kap.

Wir wollen das „ Ende der alten Welt“ ,und den „Blick aufs Meer“ genießen.

Denn zum Abend könnte es anfangen zu regnen.

Und Freitag, an unserem Ruhetag in Fisterra soll es laut Vorhersage Schauern.

Wir nutzen als noch die Sonne morgen.

Buen Camino

Tagesstrecke

19 km

Insgesamt

418 km