Bergauf,bergab,was ne Kletterei!

Ohne Frühstück, ohne Café, oje….

Der Tag fing gut an. Wir bekommen kein Frühstück, das Restaurant hat geschlossen. Oha,

Uns steht heute eine Bergetappe bevor, ohne Mampf kein Dampf!

Hardy organisiert noch zwei „Valencias“, viereckige Küchlein, vom Tresen am Eingang des Hotels, so haben wir was Süßes im Gepäck. Wenigstens was! Wasser und Müsliriegel sind ja sowieso immer mit dabei.

Es geht heute schon 07:45 Uhr los, in der Dämmerung der erste Anstieg.

Unsere erste Station ist Castelo do Cason, Reste einer kleinen Befestigung aus dem 12.Jahrhundert, in den Bergen oberhalb der Bucht. Es geht nur bergauf, nach jeder Biegung weiter bergaufwärts. Wir kommen sofort ins Schwitzen, die Jacken schnell auf den Rucksack geschnallt. Das kann ja heute was werden.

Aber der Blick dann ins Tal entschädigt wirklich. Da hat sich die erste Schufterei am Berg schon mal gelohnt. Beim kleinen „Frühstück“, Wasser und Brot(ich meine die Valencias), genießen wir die Aussicht, es wird merklich wärmer. Die ersten 250 Höhenmeter liegen hinter uns.

Pause…

Und hier oben sehen wir den ersten richtigen „Pilgerstein„.

Für die Ruta do Mar.

Und sie werden uns wohl etwas begleiten.

Am Berg!

250 Höhenmeter, da geht doch noch was.

Es soll auf 440 m hoch gehen. 😎

Durch den Kiefern- und EukalyptusWald läuft es sich aber gut weiter bergauf.

Hier oben ist der Boden recht feucht, überall kleine Rinnsale, kleine Bäche. Vorbei geht es am Pozo de Inferno, einem Wasserfall.

Einmal ist der Weg geschottert, dann wieder asphaltiert,

Immer bergauf, aber nicht so steil, wie zum Anfang, da sind wir doch erleichtert. An der Kapelle in Biduido, sie ist natürlich verschlossen, kann ich durch das Fenster in der Tür den Innenraum einsehen.

Und nun ist es auch Zeit, die Hosenbeine abzuzippen und ganz in kurzer Hose und T-Shirt zu laufen. Da kaum Wind weht, wird es ordentlich warm, die Sonne brennt. Und nun endlich der Abstieg, in Serpentinen. Auch das strengt an, geht ganz schön auf die Knie..

Wir haben uns entschlossen, nach San Andres de Teixido zu laufen, ohne richtig zu wissen, was uns erwartet.

Die dortige Kirche ist nach Santiago de Compostela, der wichtigste Pilgerort Galiciens. Also schon was Besonderes.

Und der Ort liegt ganz tief unten im Tal auf Felsen am Meer. Ganz unten heißt, wir müssen ganz runter laufen. Und irgendwann auch wieder hoch. Hardy ist schon verzweifelt und bereut. Die hier freilaufenden Kühe schauen uns mitleidig an. Selbstgewähltes Elend.

Es gibt aber kein Zurück! Ich will da jetzt hin, außerdem sind dort 2-3 Cafés, wir sind total entkoffeiniert und verhungert.

Da ist Jacob….

Der Ort selbst ist total niedlich, 10 Häuser, 8 Spitzbuben(Nippesverkäufer) 😂und natürlich die berühmte Kirche.

Hardy reserviert Plätze im Café und bestellt und ich gehe in die erste offene Kirche unseres Weges.

Sie ist eher schlicht in der Ausstattung, aber hat irgendwie was. Ich genieße und finde dann beim Altar den Jacob, den Schutzheiligen der Pilger. Cool, und ich stelle fest, wir sind ja jetzt schon Pilger.

Hier endet der Camino San Andres, der von Betanzos hier rauf (oder runter) führt.

Und ich habe hier jetzt auch die erste Kerze für Oliver und Siegmund angezündet. Das war mir an diesem Ort wichtig.

Hardy hat inzwischen die erste Clara schon getrunken, war er etwa dehydriert?

Wir machen jetzt Mittagspause, mindestens 1 Stunde. Aber bloß nicht an den Aufstieg denken.😱😎

Es gibt Pulpo und….

Chipriones, das haben wir uns sowas von verdient.

Und wir haben einen Aufpasser, er dachte wohl, er bekommt was ab. Nix da, dein Herrchen gegenüber hat schon gemeckert.

Und wie nun weiter?

Es gibt einen alternativen Aufstieg, nicht so lang , wie die Asphaltserpentinen hier runter , aber ganz schön knackig steil.

Also, es geht knackig rauf.

Ob wir uns das richtig überlegt haben?

45 Minuten haben wir da rauf gebraucht, schweißtreibende Sache. Aber geschafft ist geschafft.

Die Ziegen am Hang hat’s eh nicht interessiert, selbst schuld.😂😂😂

Oben angekommen am Mirador de Chao do Monte, eine weite Aussicht aufs Meer und unten im Tal, San Andres de Teixido.

Wir hatten von dort noch 4 km zur Herberge zu laufen.

Jetzt gut gelaunt, der Entspurt.

Unendliche Weite…..

Die letzten Kilometer ziehen sich.

Und dann kam der Hammer des Tages:

Die Herberge zu, verlasen, vermüllt. Aha, komisch, aber buchen kann man sie noch!

Abzocke?

Im Netz geschaut, wo ist die Nächste? Ich bin etwas angenervt.

Ende vom Lied, es geht nach Cedeira, nochmal 6 km.

Was für ein Tag.

Die Planung ist im Eimer ! Aber wer weiß, wozu das gut war.

Nun kriechen wir schon echt auf dem Zahnfleisch, aber die Wirtin des neuen Hotels, hat uns erstmal 2 Clara con Lemon Grande serviert, obwohl das Restaurant schon geschlossen hatte, und sie los wollte. Danke.

Wir bekommen ein Zimmer mit Ausblick auf den Ort und die Bucht, sind letztendlich sehr zufrieden.

Was für eine Quälerei am heutigen Tag, aber das gehört auch dazu.

Und bei der Planung für die nächsten 2 Tage stellen wir fest, der ganze Kram hatte doch was Gutes!

Wir haben 2 Etappen mit nur 20-21 km vor uns.

Feas – Cedeira 24 km

Und wir sind jetzt schon Pilger auf dem Camino San Andres…..

Wir werden heute wohl sehr gut schlafen, darum:

Buen Camino

Tagesstrecke

24 km

Insgesamt

172 km