Es gibt solche und solche Tage….

Spaniens Pünktlichkeit 😩

Es gibt solche und solche Tage, und heute ist so einer!

Gefühlt hab ich nicht geschlafen, und bin mit leichten Schmerzen an meinem Fersensporn links wach geworden.

Das kann ja was werden!

Der Rucksack war auch irgendwie falsch gepackt, da ich gestern den Schlafsack von ganz unten rausgerackt habe.

Shit, ich hab keinen Bock drauf, hab alles reingestopft und gut ist.

Wenn ein Tag so beginnt…..!

Ich bin angefressen.

Aber das Frühstück wird es richten.

Um 08:00 stehen wir pünktlich am Café, ist aber geschlossen.

Wir haben 15 Minuten gewartet, keiner kommt, wir gehen also ohne Frühstück los.

Ich bin jetzt richtig angefressen, Aber so Richtig angefressen!

Die haben doch gestern gesagt, 08:00 Uhr.

Soviel zur spanischen Pünktlichkeit.

Das ist einer von solchen Tagen….!

Irgendwo oben hupt ein Auto mehrmals, nix da, wir laufen nicht zurück.

Wir sind bei 7 Grad losgelaufen, das ist doch noch etwas frisch heute. Aber wir laufen gleich durch Wald, über geschotterte Wege.

Und natürlich geht es hinauf! Immer diese Anstiege. Hardy hat schon mehrfach gesagt, die Spanier sollen den Weg eben planieren. 😂😂😂

Es ist eine angenehme Luft, etwas Wind aus Norden, vom Atlantik.

Die Landschaft und das morgendliche Licht entschädigen uns für das fehlende Frühstück.

Die Sonne wirft noch lange Schatten, mal sehen, wie warm es heute wird. Unter 20 Grad wäre mir lieb.

Am Encoro de Beche- Folgoso (ein Stausee), soll ein Café auf uns warten, sagt Google Maps.

Macht aber erst um 10:00 Uhr auf. Es ist aber erst 09:15 !😩

Wahrscheinlich sind wir Glückskinder!

Das Café ist seit 08:30 geöffnet, es gibt Frühstück. Ich bin nicht mehr angefressen, eher glücklich.

Dazu ein toller Ausblick auf den Stausee und den zur Anlage gehörenden Pool. Super.

Sonne dazu, keine Wolke am Himmel, es könnte einer von ….solchen Tagen werden.😎

Es wird wohl doch noch ein guter Tag!

Wald, kaum Wind, die Temperatur steigt moderat, geschotterter Weg.

So spulen wir einen nach dem anderen Kilometer runter, es läuft jetzt wie geschmiert.😊

Und wir sind wirklich Glückskinder, erst wollten wir eine Alternative laufen, nein wir laufen doch das Original.

Und siehe da, in einem kleinen Dörfchen eine Bar, die Casa Avelina. Es ist Mittagszeit, das passt.

Es war so niedlich, die ältere Dame im Café versorgt uns liebevoll mit unserem Lieblingsgetränk und KAS lemon, stellt uns sogar kleine Hocker hin!

Ihr müsst doch die Füße ausruhen!

Sie ist total bemüht um uns. Ich hätte sie knuddeln können. Klar kommt sie mit aufs Foto. Und es gibt einen tollen Stempel.

Die Wegweisung auch immer mal anders.

Unterwegs, „unendliche Weite“ tut sich auf. Das macht den Weg zwischenzeitlich „ewig lang“. Aber wir sind frohen Mutes.

Ja, wir sind gut gelaunt.

Und 5 km vor dem Ziel stoppen wir nochmals in einer Bar. Es wird definitiv einer von den guten Tagen.

Der Pilger aus Stein zeigt uns den Weg.

Er schaut in Richtung Santiago. Noch 40 km bis zum Ziel!

Hier haben die Einheimischen dann wohl mal die Hinterlassenschaften der Pilger umgewidmet, so hat ein verlorener Schuh noch ein Leben nach dem Pilgern.😎

Diese Rindviecher schauen uns ungläubig hinterher, es ist doch Siesta.

Nein, unser Ziel wartet.

Während Hardy im Gebüsch verschwindet, suche ich Schatten, denn die Sonne brennt.

Die letzten Tage habe ich mir ordentlich die Arme und den Nacken verbrannt. Besonders den linken Arm, die Sonne scheint von links, wir laufen in Richtung SüdOst.

Hardys Vorschlag: lauf du mal zurück nach Ferrol, dann ist der rechte Arm auch verbrannt, ich warte in Santiago auf dich! 😂😂😂

Träum weiter! Ich laufe so weiter.

Die Lösung: ich hab mein Tuch für den Hals rausgesucht, und schieb es morgen über den linken Arm.

Fertig!

Wieder eine alte Kapelle am Wegesrand, das Bild an der Wand ist schon etwas makaber.

Der gute Mann hat einen Säbel quer im Schädel.😱😱

Der Rhododendron steht in voller Blüte, auch die Orangen- und Zitronenbäume fangen an.

Die Casa Rural Anton Veiras, unsere Herberge für heute, kommt in Sicht.

Und wir haben definitiv eine gute Wahl getroffen, rustikal und toll ausgestattet. Und hat ein eigenes Restaurant, das sicher auch die Pilger der öffentlichen Herberge nutzen. Ansonsten ist hier nichts weiter, hier stehen vielleicht 5-6 Häuser.

Und es gibt definitiv am Morgen Frühstück!😎

Ich sitze auf der überdachten, windgeschützten Terrasse, schreibe den heutigen Blogbeitrag bei Café , Clara und Nüssen.

Was will ich mehr.

Alles ist gut geworden, ein wieder Erwarten guter, nein toller Tag.

Es gibt eben: Solche und solche Tage !

Und die Füße haben gehalten, der Fersensporn schmerzt nicht mehr.

Und ehrlich, er hatte gar keine andere Chance!

Presedo – Outeiro 22 km

Morgen die vorletzte Etappe, es geht nach Sigüeiro. Das sind nur 15 km.

Sicherlich könnten wir morgen bis Santiago laufen, aber abends ankommen find ich uncool, Mittags bei bestem Wetter auf dem Platz vor der Kathedrale anzukommen ist einfach genial, und wir können den Rest des Tages genießen.

Und die momentanen Wettervorhersagen zeigen noch die nächsten 10 Tage Sonne in Galicien.

Das wäre der Jackpot!

Wir schauen mal.

Tagesstrecke

22 km

Insgesamt

305 km