Mehr Kilometer als wir gedacht haben….

Ein schöner Morgen, es erwartet uns ein warmer, sonniger Tag, mit 25 Grad. Nach der Tour gestern, haben wir gut geschlafen, und sind total motiviert.
Der gestrige Tag steckt mir aber doch in den Beinen.
Das Frühstück war hier reichlich, wir hätten uns absolut „ überfressen können. Nein, wie immer Cafe, Tostardos, Marmelade, Tomate, das reicht.
Auf der Komoot App habe ich die Strecke geplant, da wir ein Stück von der Ruta entfernt sind. Es geht über kleine Dörfer, Felder und Waldwege. Caminofeeling halt.
Und wir laufen heute gleich in kurzer Montur los.

Eigentlich ganz idyllisch, dachten wir. Auf einer Lichtung, hier haben sie Eukalyptus-Bäume geerntet mit einem Harvester, ist der Weg verschwunden. Und die Fläche ein Chaos an Ästen.

Da kennen wir nichts, an der anderen Waldkante muss der Weg ja weiter gehen. Wir kämpfen uns durch, finden schließlich den Weg wieder.
200 Meter weiter ist dann Schluss mit lustig.

Der Weg ist total abgesoffen, kein Umgehen möglich, denn auch die folgende Wiese steht unter Wasser. Da hilft nur: Zurück.
Also wieder über die Rodung klettern.
Wir quälen das Navi und finden eine Alternative, 1 km länger, eine kleinen Straße durch den Wald. Was hilfts.

Hardy schaut schon mal nach dem Bus, es fährt aber keiner.
Es wird warm, richtig warm. Ich suche die Seite des Weges, wo Schatten ist. Jeder Meter im Schatten zählt.
Immer wieder sehen wir Wegsteine des Camino San Andres.

Wir sind also richtig unterwegs, und inzwischen werden wir von den Einheimischen gefragt, ob wir den Camino laufen, und bekommen ein Buen Camino mit auf den Weg. Cool!
Natürlich gibt es auch Aufstiege auf dem heutigen Weg, mal mehr, weniger.
In Porto do cabo machen wir Pause bei einer kleinen Bar mit TanteEmma-Laden. Das ist noch richtig Dorfleben. Ich liebe das, es ist irgendwie noch ursprünglich.

Und hier muss ich feststellen, es krabbelt an meinen Beinen.
Ich hab sage und schreibe 8 Zecken mit Pinzette abmachen müssen, und zwei, drei, abgesammelt , die noch hochgekrabbelt sind. Das war dann wohl das Ergebnis der kurzen Hosen und der Rodung im Wald. Shit, Ich hasse diese Viecher.😱😱😱
Und Hardy hat nicht eine einzige Zecke, der ist doch den gleichen Weg gelaufen?
Wahrscheinlich rieche ich trotz Schweiß so gut. 😂😂😂
Gestärkt mit Cafe und eiskalter Coke, bewegten wir uns auf das Elend des Tages zu. Über die Puente medieval in Porto da Cabo in Richtung des nächsten Aufstiegs.

Bei inzwischen 24 Grad wurde das die Bewährungsprobe des Tages.
Steil hoch über einen gerölligenWeg, da gab es nur eins: Schildkröte.
Ganz langsam und alle 50 m ein kurzes Durchatmen, so erklimmen wir den Berg.
Und da kommen wieder die Sprüche :
Ich setz mich hier jetzt hin und warte bis der Berg weg ist.
Noch hundert Trillionen Kilometer bis zum Ziel!
Ich antworte dann nur : ich geh weiter und schick dir ein Bild von der Clara, die ich am Ziel trinke!
Klappt! Weiter geht’s.
Nein, alles Spaß, wir machen uns Mut und kommen oben an.

Auch an den Straßenrand stellen und Daumen raus bringt nichts, hier kommt keiner.😂😂😂

Inzwischen liegt der Encoro das Forcadas vor uns, ein Stausee von 1969, er läd irgendwie zum Baden ein, das wär jetzt auch angebracht. Hier ist wieder Pause im Schatten, Hardy dreht sein TagesReel.
Weiter in Richtung Ziel, Valdoviño, aber der Weg hat noch eins, zwei kleine Anstiege, die jetzt elend lang werden.
Aber wir sind weiterhin auf dem richtigen Weg, wie die Wegweiser zeigen.

Irgendwann vor dem endgültigen Abstieg ins Tal nach Valdoviño, stellen wir fest, zwischen Komoot und Hardys Google Maps gibt’s Diskrepanz. 🤔🤔🤔
Ich hab noch 2 km, Hardy 5 km zum Tagesziel.
Da hab ich doch eine abweichende Adresse angegeben, Hardy die richtige!
Sorry, 🤪🤪, also noch drei Kilometer mehr, wir dehydrieren.
Aber wir kämpfen und kommen gut in der Herberge an.
Ein rustikales Gebäude, mit allem, was man braucht. Nur, es liegt an einer viel befahrenen Straße. Ok, für eine Nacht kein Problem. Und der Preis stimmt.

Es sind durch den Umweg und meine „Fehlplanung“ nun doch mehr Kilometer geworden, als wir gedacht haben.
24 km statt meinen 19 km.
Sorry, Hardy, und abhaken! 😊
Morgen geht es nun nach Ferrol, dem Ziel des ersten Teils unserer Reise.
Es werden etwa 23 km, und keine Angst, ich hab Hardy gegenchecken lassen. Aber das sehen wir morgen.
Also…. Buen Camino
Tagesstrecke
24 km
Insgesamt
196 km
































