„Brothers on Tour“ am Ziel
Heute nun endet Teil 3 unserer Pilgerreise.
Wir kommen an das „Ende der alten Welt“.
Es ist bedeckt und ganz windstill, als wir Cee verlassen.

Es geht durch den angrenzenden Ort Corcubión, der Hafen ganz ruhig, das Wasser spiegelglatt.

Hier ist die kleine Altstadt zum Großteil sehr schön saniert.
Hat viel mehr Charme, als der Nachbarort Cee.

Sogar die Kirche San Marcos de Corcubión ist offen. Aber der Priester bereitet die Morgenandacht vor, da will ich nicht wegen eines Stempels stören.

Raus aus dem Ort geht es durch enge Pfade, gesäumt von aufgetürmten Trockenmauern. Der erste Anstieg des Tages.

Wir hatten beide gehofft, in Fisterra an der langen Praia im Sonnenschein über den Sandstrand zu laufen.
In San Roque zeigt sich das Kap, das Ziel, ein erstes Mal.
Ob es trocken bleibt?

Vor Estorde fängt es dann an zu nieseln, das altbekannte Spiel beginnt. Erstmal nur die Regenjacken anziehen, nach 10 Minuten den Poncho über.
Angesagt war etwas Regen, wir sind also vorbereitet gewesen, Poncho und Regenjacken lagen zu oberst, es geht schnell beim Anziehen.
In Sardiñeiro machen wir Pause im Café, nach 15 Minuten ist der Regen Geschichte. Wir können die Regensachen verpacken.

Im Wald oberhalb der Küste läuft es sich gut, zumal es nicht kalt ist.
Der Blick aufs Meer macht uns dann Hoffnung auf Sonne!☀️
Hardy ist ganz aufgeregt, er will endlich seine Füße im Atlantik baden. Wieder eine KneippKur für geschundene Pilgerfüße.
Aber wir können uns nicht beklagen, selbst ich, der nie ohne Blasen durchkommt, hatte bis hier her nur zwei ganz kleine.
Wenn ich da an die Via de la Plata denke, …..oje.
Und dann ist es geschafft, Schuhe aus und baden! Füße baden!😎
Überlegt hatte ich kurz, nein, es ist wohl doch zu kalt.
Obwohl: der Norddeutsche sagt bei 20 Grad, es ist Hochsommer, und bei 15 Grad Wassertemperatur, die Badesaison ist eröffnet! 😂😂😂
Nein, wir wollen die Spanier nicht total verwirren, manche laufen hier noch mit dicken Winterjacken rum!

Wir sind bestimmt noch eine halbe Stunde an der Praia Lagosteira langgelaufen, bis wir Fisterra erreichen.

Ich wollte ja morgen noch Jacobsmuscheln sammeln, aber es sind keine zu finden, eine einzige, und die war gebrochen. 🤔🤔🤔
Meine Reserven zuhause sind aufgebraucht! Und nun?
Vor dem Strandrestaurant am Ortsbeginn gibt es, wie beim letzten Mal,2022, eine Clara.
Beim Füße saubermachen fängt es dann doch wieder an zu regnen.
Aber wir wollten im Sonnenschein am Kap ankommen!🤔🤔🤔
Egal, eben Regenjacken an und weiter. Das Kap ruft.

Den Pilgerkumpel auf dem Weg hoch zum Leuchtturm schieben wir ein bisschen an, damit er es auch hinauf schafft.
Und unsere Hoffnung wird am Nullstein erfüllt, wir kommen mit ersten Sonnenstrahlen an.

Nach 434 km von Ribadeo über Ferrol und Santiago, sind wir gesund und munter am „Ende der alten Welt“, dem Kap Finistere.

Es ist immer schön, hier oben anzukommen….
Und dann erst der Blick aufs Meer, diese endlose Weite…

Wir genießen das, machen natürlich die Fotos vom Ziel.
Und der bronzene Schuh sagt ja wohl alles.
Eile mit Weile, langsam ist manchmal mehr!
Und das Foto ist nicht gestellt!
Die Schnecke war schon auf dem Schuh!
Es ist irgend wie ein Zeichen in der immer schneller werdenden Zeit!

Es ist inzwischen voll am Faro, viele Touristen kommen mit Bussen hier hoch, es ist halt eine Attraktion.
Wir sitzen im Windschatten des Faro und vertilgen unsere Wegzehrung.

Und der Stempel für den Pilgerpass sagt es:
Es ist geschafft, 0,00 km!


Zurück in Fisterra geht’s zum Hotel, es liegt etwas oberhalb im Ort.
Hier bleiben wir bis Sonnabend morgen. Den Freitag haben wir zum Ruhetag gemacht, genügend Zeit zum Rückflug bleibt uns.
Bis hierher hat unser Plan also absolut gepasst, alles war stimmig, wir sind echt zufrieden.
In der öffentlichen Albuerge holen wir uns den letzten Stempel und die „Fisterra“ die Urkunde für den Weg hierher.

Und belohnen uns danach mit einer ordentlichen Portion Chipriones!

Morgen also Ruhetag, ausschlafen, Sightseeingtour, Wäsche machen, Postkarten an die Enkelkinder schreiben, Shopping? Wir werden die Zeit schon rum kriegen. Und Sonnabend dürfen wir dann wieder loslaufen….

Bis dahin. Buen Camino
Tagesstrecke
20 km
Insgesamt
438 km


