Ab in die Albuerge municipal

Heute Morgen nun Abschied vom Atlantik für mindestens 10 Tage. 😩
Es wird ein unspektakulärer Weg über die Dörfer ohne Versorgungsstellen bis Betanzos. Deshalb haben wir gestern Abend schon mal die Frühstücksversorgung abgeklärt und uns heute Morgen in der Bar um die Ecke, einen Café americano und ein Croissant zum Start in den Tag gegönnt.
Und ja, ich soll es schreiben, ich bin heute wiedermal zu meinem Geburtstag auf einem Camino.
Muss wohl doch eine „Sucht“ sein.

Vorbei geht es bergauf am Cruceiro da Ponte do Porko. (Kreuz an der Brücke des Schweins?) Was auch immer.

Die Gegend ist ziemlich zersiedelt, immer mal ein Häuschen, manchmal auch eine Villa, die nicht zu Ende gebaut wurde, ein Garten, umzäunte Grundstücke ohne irgendwas drauf. 🤔
Und alte Brücken, wie alt, weiß ich nicht, aber meistens kommt man da nicht mal mit einem Pkw rüber.
Also alt!😉
Und vor uns lief ein Pilgerpärchen.Spanier.
Die beiden haben wir dann im Stechschritt überholt. Unser Tempo ist ja wie immer zum Anfang sehr hoch. Ablassen kann man immer noch.

Wieder mal eine Quelle, diese hier im Dorf Gas. Sie ist von 1884, aber trinken sollte man hier nicht, solange nicht dran steht, das es Trinkwasser ist.

Was auch immer auffällt, in den Dörfern haben viele noch einen kleinen Acker am Haus. Mit frisch gepflanzten Zwiebeln , die Kartoffeln stehen schon im Kraut und natürlich die „Kohl- Palmen“! Hier sind sie wohl 1,5 m hoch. Diese Kohlsorte wird im Frühjahr gepflanzt, und übers Jahr pflücken sie die Blätter vom Stengel, für Ihre Suppen. Heißt hier Caldo Verde, und wird das ganze Jahr gegessen. Und schmeckt selbst mir!😎

Kurz vor Betanzos, eine uralte Kirche, romanischer Baustil. Die hat uns so abgelenkt, das wir total von unserem Weg abgekommen sind. Zum Glück! Sonst hätten wir diesen Gartenzwerg nicht getroffen. Es gibt sie doch in Spanien. Oder wohnt hier ein Deutscher?

Heute mal ein geschnitzter Wegweiser.

Eingangs in Betanzos, eine große Kirche.
Santuario de Nuestra Señora del Camino. Was für ein Name.
Ich hatte gehofft, und wurde enttäuscht. Sie lassen uns nicht rein, alles ist verriegelt und verrammelt. Und das am heutigen Tag!
Das wär’s gewesen. Na, ich bin ja enttäuscht! 😩😩😩

Aber dafür sind wir auf dem richtigen Weg.
Am Platz vor dem Rathaus machen wir Mittagspause, bis hier hin waren es schon mal 10 Km. Genießen, Café trinken und Füße lüften, eine Wohltat.
In der TouristenInfo hole ich mir noch den Stempel von Betanzos für den Pilgerpass.

Betanzos hat einen historischen Stadtkern mit schönen alten Häusern und natürlich Brücken. Ich glaub, Hardy sucht hier schon wieder einen Hotspot für ein neues Reel! Oder er hat Angst vor dem jetzt folgenden Anstieg? Und dieser hat es echt in sich!

Da hilft auch dieses schöne Bild an der großen Mauer nicht. Es wird wieder echt schweißtreibend. Inzwischen sind auch kaum noch Wolken am Himmel, auch wenn es nicht so warm ist, die Sonne knallt ganz schön auf uns herab.

Oben, über der Stadt, dann ein schönes Exemplar von Minitrecker, ein Ford. Könnte ich zuhause gebrauchen, mein Nachbar Schoki garantiert auch. Klein und wendig, und man bekommt Holz damit aus dem Wald gefahren.
Na ja, den können wir leider nicht mitnehmen.

In O Rombo dann nochmal eine Bar, sie ist zwar etwas ab vom Camino, aber es lohnt sich. Dafür machen wir gerne mal einen Umweg. Pause vor den letzten 3,5 km bis Presedo.

Presedo ist echt ein Nest, hat aber eine Albuerge municipal, klein, aber o.k.. und weit und breit ist keine anderes Unterkunft zu bekommen. Oder du läufst nochmal mindestens 10 km. Wir sind aber schon bei 23 km. Das reicht für heute.

Bisher ist nur ein Holländer in der Herberge, sie wird wohl nicht voll werden.

Die Austattung ist für eine Albuerge einfach, aber gut, sie ist sauber und hat einen Snackautomaten und Kaffeeautomaten im Eingangsbereich, sowie einen Schlafsaal mit 14 Betten, die in der Saison sicher gebraucht werden. Heute haben wir aber nur Insgesamt 3 weitere Pilger getroffen.


Und wir haben echt Glück, das wir heute angekommen sind. Morgen ist eine Gruppe mit 20 Pilgern angemeldet, 14 im Schlafsaal und 6 im Aufenthaltsraum nebenan auf Matratzen am Boden. Also morgen ist die Herberge mehr als completto! 😂
Uns egal, wir laufen morgen 21 km weiter in Richtung Santiago.
Buen Camino

(Übrigens, es waren heute 650 Höhenmeter!)
Tagesstrecke
23 km
Insgesamt
283 km



‚Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag‘, und ‚Buen camino‘ !
Jean & Malou
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