Karfreitag…..

Hab ich heute schlecht geschlafen, um 0:30 Uhr war ich noch wach, es war wieder mal eine Nacht der Extrem-Schnarcher! Dann hat es nachts noch geschüttet wie aus Kannen.

Um 6:00 Uhr war dann die Nacht auch schon zu Ende, die ersten fangen schon an zu packen.

Der Blick aus dem Fenster verhieß auch nichts Gutes, es regnete und war düster. Das kann ja ein Karfreitag werden.

Also Regensachen an und ab in den Regen! Sollte nicht ab 09:00 Uhr die Sonne scheinen? Aber über 1000m in der Bergen ist man bei solchem Wetter ja praktisch in den Wolken. Es war dann eher Nieselregen, war gut auszuhalten.

Die 20 Km der heutigen Etappe sollten die schönsten des Camino Sanabres sein, ob wir davon irgendetwas sehen werden?

Oben am Bergkamm kam Wind auf, endlich zeigten sich die unter uns liegenden Täler, die Landschaft wunderschön mit dem Rosa blühenden Heidekraut und dem gelbblühenden Ginster. Da wir genau auf dem Kamm liefen, hatten wir einen weiten Ausblick in alle Richtungen, eine grandiose Aussicht. Und die Sonne kam raus.

Heute sollte es nach Campobecerros, in ein kleines Bergdorf gehen, aber bei den Bergdörfern unterwegs konnte man es richtig mit der Angst bekommen, total verfallen und dreckig! Unheimlich!

Unterwegs am Berg ein Bahnhof. Das Bahnhofsgebäude total verfallen, der Bahnsteig nagelneu.

Für wen eigentlich?

Egal, die Bahn war eh indiskutabel für uns, wir sind hier zum Laufen! Es zeigte sich inzwischen ein riesiger, halbleerer Stausee in den Bergen. Ein Zeichen, wie trocken es hier ist.

In der Ferne unter uns im Tal das Ziel, oje, von hier sah es mehr als klein aus. Der Abstieg gestaltete sich etwas schwierig, geschätzte 40 Grad Gefälle mit Schieferschotter. Da ist man nur am Rutschen und Ausweichen, hier jetzt nur nicht umknicken!

Kurz vor dem Ortseingang auf der Schotterpiste saß die Australierin Jane und stöhnte, sie hat versucht abzukürzen über den Abhang, und das ging gründlich schief. Sie ist umgeknickt und der Knöchel ist sehr dick. Das war’s mit dem Camino!

Unser spanischer Caminofreund Ignatz (ich kann seinen richtigen Namen nicht aussprechen) ist ins Dorf gelaufen und kam mit einem einheimischen Auto zurück. Der Ort mit unser heutigen Herberge war sehr klein, aber auch niedlich, die Herberge o.k.. Sie wurde heute“kompletto“.

Zum Karfreitag haben Wolfgang und ich es dann tatsächlich geschafft, am Gottesdienst in der hiesigen kleinen Kirche teilzunehmen und durften am Abendmahl teilnehmen, was hier nicht selbstverständlich ist. Aber da wir ja als Pilger zu erkennen waren, hat der Priester es wohl zugelassen.

Nur eine Kerze für Brigitte Bruhn konnte ich noch nicht anzünden, aber das schaffe ich bis Santiago, da ist es auf jeden Fall möglich.

Morgen soll es nach Laza gehen, es sind nur 15 Km, aber dann ein halber Ruhetag für die dann folgende schwere Etappe nach Vilar de Barrios, auf der auf 5 Km mindestens 500 Höhenmeter zu absolvieren sind.

Die von mir favorisierte Herberge in Alberguera (Kultherberge mit der berühmten Muschelbar) ist geschlossen, weshalb sich meine Wegplanung etwas verschoben hat, und ich nun erst am 28.4. in Santiago ankommen werde. Aber für solche unvorhersehbaren Schwierigkeiten hab ich ja den Puffer von 5 Tagen eingeplant!😎

Zeit ist also genug!

Darum

Buen Camino

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