Im Morgengrauen……im Expresstempo!

Nachdem Camino-Wolfgang mit seiner Magenverstimmung die Nacht weniger gut überstanden hatte, ging es heute schon 7:15 Uhr los.

Warum so früh?

Gestern trudelten soviel Pilger in Tabara ein, das allen, die mit gezählt hatten, die Panik in den Augen stand! Am heutigen Etappenziel hat die Herberge mit 36 Betten geschlossen, die öffentliche Herberge nur 12 Betten. Dann gibt es erst in 11 Km eine weitere.

Also früh los, Wolfgang war ja gehandicapt. Und wir wurden noch vor Sonnenaufgang mit tollem Licht und Bildern belohnt. Es war nun nach langer Zeit morgens mal nicht kalt.

Rundum Eichenwälder, locker bewachsen und geschotterte Wege, die manchmal etwas grob und damit schlecht zu laufen waren. Bergauf, bergab, immer geradeaus.

Und wir wurden schnell nach Tabara überholt, eine junge Spanierin. Affentempo! Die hatte einen Rucksack auf dem Rücken, da hätte meiner mindestens 1 1/2 mal rein gepasst. Kurzer Plausch, sie hat in Tabara angefangen, will heute noch 50 Km laufen! Da haben wir uns drei echt ungläubig angeschaut, aber wenn sie meint?

Das geht aber noch besser, der Nächste, ein Franzose, den wir schon kannten, sagte uns, er will eine Herberge weiter, also keine Gefahr für uns. Der hatte aber auch nur ganz wenig Gepäck, absolut spartanisch, dem nimmt man aber auch die 35 Km ab.

Den Vogel schoss dann eine junge Russin ab, total maulfaul, hat auch in Tabara angefangen und wollte mindestens 60 Km laufen, ganz ehrlich, die haben wir dann doch belächelt. Mein Kommentar: Das schafft die nur gedopt und mit 5 Liter Wodka im Gepäck!😂😂

Ach ja, sie kam aus Sibirien, fuchtelte mit den Stöcken rum, das wir Angst hatten, das sie sich selbst zu Fall bringt! Da musste dann uns Wolfgang lachen, auch wenn sein Magen kniff.

Der Witz ist ja, es gibt hier Leute, die schaffen angeblich wer weiß wieviel Km, und haben keine Probleme und dann trifft man sie wieder und sieht die kaputten Füße, und hört raus, das sie mit dem Bus oder Taxi fahren mussten. Wofür? Einige betrügen sich dabei ja doch selbst. Aber jeder, so wie er meint. Ansonsten war die Strecke heute mal wieder unspektakulär, lief sich aber ganz gut.

Anton flirtete noch mit einer Australierin rum, sie war mit einem Spanier unterwegs, ganz angenehme Abwechslung, auch für Wolfgang und mich unterhaltsam. Das übt das eigene Englisch, inzwischen spreche ich mit Anton oft auf Englisch, fällt mir immer leichter. Irgendwann träume ich wieder auf Englisch! 😀

Unterwegs dann immer wieder verlassene, zerfallene Höfe, die Landflucht ist hier deutlich zu sehen.

6 Km vor Santa Marta dann ein kleiner Ort mit Bar zum Pause machen, Wolfgang war am Limit, er hatte gut durchgehalten!

Gestärkt und das Ziel vor Augen, zog sich der Weg wieder, aber die Herberge war uns sicher. Nein, sie war noch nicht“kompletto“, 8 Betten noch frei. Wir waren also schnell genug.

Die Herberge ist sehr neu, top ausgestattet, sie soll eine der Besten auf diesem Weg sein, „Donativo“ 5€! Hut ab!

Inzwischen konnten wir in der Kirche, romanischen Ursprungs, und sehr sehenswert, den Stempel für das Credencial holen, besonders schön diesmal. Ein Abbild der Jacobusfigur an der Kirche,aus dem 10. Jahrhundert.

Inzwischen ist es 21:00 Uhr, die Herberge ist“kompletto“.

Morgen dann sind es 28 Km zur nächsten Herberge, darum jetzt schnell:

Buen Camino

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